Kleinstädte in der Provinz Germania Superior

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Im Süden
Im Norden

Kleinstädte im Süden der Provinz Germania Superior

Obwohl die Provinz Germania superior erst unter Kaiser Domitian zwischen 82 und 90 n.Chr. eingerichtet wurde, stand das linksrheinische Gebiet bereits seit den gallischen Kriegen Caesars unter römischer Herrschaft und gehörte zunächst zur Provinz Gallia Belgica, wobei die Rheinzone von Windisch/Basel im Süden bis zum Vinxtbach im Norden unter militärische Verwaltung gestellt wurde. Im Folgenden werden die Kleinstädte und ihre Entwicklung untersucht, die im Gebiet der späteren Provinz Germania superior liegen, unabhängig von ihrer früheren politischen Zugehörigkeit. Innerhalb dieses Untersuchungsgebiets zeigen sich allerdings auch bei der Städtebildung deutliche Unterschiede zwischen dem Norden, also der ehemaligen Militärzone, und dem Süden. Aus diesem Grund werden beide Teile zunächst getrennt voneinander betrachtet.
Auf den Karten, die zeigen sollen, wie sich die kleinen Siedlungen in Obergermanien ausbreiteten, sind nur solche Siedlungen eingetragen, deren Gründungzeit genauer bekannt ist. Siedlungen, die im Laufe des 1. Jahrhunderts entstanden, ohne dass man sagen kann, in welche Periode ihre ältesten Strukturen gehörten, sind nicht berücksichtigt.

 

Die Entstehung von Kleinstädten im südlichen Obergermanien

Der südliche Teil der Provinz Germania superior umfasste die Stammesgebiete der Lingonen, Sequaner, Rauraker und Helvetier. Als Kelten waren ihnen städtische Siedlungen bereits vor der römischen Eroberung vertraut. Dabei handelte es sich entweder um sogenannte Oppida, ausgedehnte Siedlungen mit einer Befestigung, oder Ansiedlungen um ein wichtiges Heiligtum. Sofern diese Orte in römischer Zeit weiterbestanden. lassen sich allerdings die Spuren der keltischen Holzhäuser kaum noch fassen, da sie durch die spätere Bebauung vollständig zerstört wurden. Daher verraten vielfach nur entsprechende Funde wie keltische Keramik, keltische Fibeln oder keltische Münzen, welche der römischen Kleinstädte keltische Vorläufer besaßen. Wie diese im Detail aussahen, entzieht sich jedoch weitgehend unserer Kenntnis.

Kleinstädte mit keltischen Vorläufern

Von diesen Orten, die unmittelbar über eine alte keltische Siedlung gebaut wurden, ist Vertault (vicus Vertillum) ist die einzige Siedlung, die als ein klassisches Oppidum, also eine befestigte Höhensiedlung angesprochen werden kann. Die übrigen Orte mit keltischen Vorläufern wie Malain (Mediolanum), Mandeure (Epomanduodurum) oder Lausanne (vicus Lousonna) sind entweder keine klassischen Oppida, da sie keine Befestigung haben, oder sind wie Bern -Engehalbinsel nach einer Siedlungsunterbrechung erst in römischer Zeit wieder neu aufgebaut worden. Soweit die bisher publizierten Untersuchungen eine Beurteilung zulassen, begann man in den keltischen Siedlungen offenbar unter Kaiser Augustus (27 v.Chr. - 14 n.Chr.) damit, die alten Holzhäuser durch Neubauten zu ersetzen.
Neben den Siedlungen mit keltischen Vorläufern entstanden in augusteischer Zeit eine Reihe neuer Kleinstädte. Sie konzentrieren sich vor allem auf das südliche Lingonen- und Sequanergebiet. Auf helvetischem Gebiet setzte sich nur in den vorrömischen Orten Lausanne und Yverdon die Besiedlung kontinuierlich fort. Das Oppidum auf der Bern-Engehalbinsel war dagegen bereits im Laufe des 1. Jahrhunderts v. Chr. von den Helvetiern aufgegeben worden. Damit muss die römische Siedlung auf der Engehalbinsel von Bern als eine augusteische Neugründung angesehen werden. Auch in Baden und Oberwinterthur in der Nordostschweiz hat man Hinweise auf einen Besiedlungsbeginn in augusteischer Zeit. Im restlichen Helvetiergebiet fehlen in dieser Zeit kleinstädtische Siedlungen noch weitgehend.
In spätaugusteischer Zeit faßt man auch in Zürich und Basel erstmals sog. Auxiliarvici, die nach Abzug des Militärs als reine Zivilsiedlung weiterexistierten. Der Ursprung der Auxiliarvici geht auf die Zivilisten im Gefolge einer Truppe zurück, die sich unmittelbar um ein Lager ansiedelten.

Kleinstädte in augusteischer Zeit

Erst während der Regierungszeit des Kaisers Tiberius (14 - 37 n.Chr.) breiteten sich Kleinstädte auch im Schweizer Mittelland aus - vornehmlich entlang der Aare. Ab dieser Zeit ist offensichtlich diese Siedlungsform bei den Helvetiern ebenso verbreitet wie bei den Lingonen und Sequanern. .

Kleinstädte in tiberischer Zeit

In den folgenden Jahrzehnten bis zur Mitte des 1. Jhs. n.Chr. (Karte D) und in der zweiten Hälfte des 1. Jhs. n.Chr. (Karte E) entstanden im südlichen Obergermanien nur vereinzelt neue Städtchen, die das Verbreitungsbild verdichten, aber nicht mehr verändern. Während das Kastell von Zurzach bereits um die Mitte des 1. Jhs n.Chr. aufgelassen wurde, zog die 11. Legion 101 n.Chr. aus Vindonissa ab. In beiden Fällen blieben die zivilen Siedlungen um die Lager bestehen.

Kleinstädte in claudisch-neronischer Zeit

Kleinstädte in flavischer Zeit

 

Die Anbindung an Verkehrswege

Alle Kleinstädte im südlichen Obergermanien liegen an Fernstraßen, zum großen Teil auch an Kreuzungen von Fernstraßen oder wichtigen Abzweigungen. Daneben gab es eine Reihe von Siedlungen, die in unmittelbarer Nähe großer, schiffbarer Flüsse entstanden und dadurch zu einem Bindeglied zwischen Land- und Wasserwegen wurden. An der Saône im Lingonengebiet lagen Corre, Seveux-Savoyuex, Mantoche, Pontailler-sur- Saône, Dammertin und Saint-Usage. Im Sequanergebiet gehören die Siedungen Pontalier und Mandeure am Ufer des Doubs dazu. Bei den Helvetiern spielte die Aare eine wichtige Rolle als Verkehrsweg. Hier entstanden Solothurn, Olten und Studen. Hinzu kamen im Helvetiergebiet Lausanne und Vevey am Genfer See sowie Kemprathen am Zürichsee.
Für die Entstehung von Auxiliarvici war weniger eine verkehrsgünstige Lage ausschlaggebend als vielmehr die strategische Lage des Kastells. Allerdings spielte die Anbindung an große Straßen oder Wasserwegen natürlich für das Überleben des Ortes nach dem Abzug der Soldaten eine wichtige Rolle. Da alle vier ehemaligen Kastellorte - Basel, Zürich (Turicum), Zurzach (Tenedo) und Windisch (Vindonissa)- an Flüssen oder Seen liegen, besaßen sie auch nach Abzug des Militärs eine wirtschaftliche Grundlage, auf der die Bewohner ihre Existenz aufbauen konnten. Dennoch scheint sich mit Ausnahme von Zürich, dessen Blütezeit in das 2. Jh. n.Chr. fiel, für die drei anderen Orte eine Verkleinerung des Siedlungsareals nach Abzug des Militärs abzuzeichnen. Dies gilt auch dann, wenn einige Jahrzehnte nach Aufgabe des Lagers auch innerhalb des ehemaligen Kastellareals Zivilhäuser errichtet wurden. So blieb in Zurzach (Tenedo) von den drei Arealen im Westen, Süden und Osten des Lagers nur die Westsiedlung in der Nachkastellzeit bestehen, deren Häuser sich nun zudem an der Straße von Windisch (Vindonissa) nach Rottweil (Arae Flaviae) ausrichteten.

Die Funktion der Kleinstädte

Grundsätzlich lassen sich in allen kleinstädtischen Siedlungen im südlichen Obergermanien Handwerksbetriebe nachweisen. Obligatorisch waren Schmieden und Töpfereien, darüber hinaus legen entsprechende Funde in Equevillon-Mont Rivel eine Knochenschnitzerei nahe, während im Westquartier von Oberwinterthur (Vitudurum) große Wasserbecken in den entsprechenden Häusern für Gerbereien bzw. Walkereien sprechen.

Verteilung der Gewerbe in Oberwinterthur

Die Mehrzahl der Kleinstädte zeichnet sich durch eine verkehrsgünstige Lage an einer Fernstraße bzw. an der Kreuzung mehrerer Fernstraßen aus. In ihnen wird man also Siedlungen sehen dürfen, die ihre wirtschaftliche Grundlage in erster Linie dem Verkauf der hier produzierten Waren an die Bevölkerung des Umlandes verdankten. In besonders starkem Maße vom Handel lebten die an Flüssen und Seen gelegenen Siedlungen, wo die auf Schiffen transportierten Waren auf Karren umgeladen wurden. In diesem Zusammenhang sind die großen Lagerhäuser am Seeufer in Lausanne (Lousonna) zu sehen.

Lagerhäuser in Lausanne

Rekonstruktion eines Lagerhauses

Siedlungen, die ihren wirtschaftlichen Wohlstand vor allem Töpfereien verdankten, deren Produkte überregionalen Absatz fanden, waren Mandeure (Epomanduodurum) Bern-Engehalbinsel und Luxeuil (Luxovium). Allerdings war die Keramikproduktion nicht die einzige wirtschaftliche Basis von Luxeuil (Luxovium). Die dortigen Thermalquellen sorgten für eine weitere Einnahmequelle. Auch in Baden in der Schweiz (Aquae Helveticae) wurden die Thermalquellen in römischer Zeit genutzt

Luxeuil

Baden (Aquae Helveticae)

 

Große Thermenanlagen befanden sich auch in Villards-de-Héria. Allerdings sind sie in Zusammenhang mit einem bedeutenden Heiligtum der Sequaner zu sehen. Es bestand möglicherweise schon in keltischer Zeit, doch wurden die ersten Steingebäude erst ab der Mitte des 1. Jahrhunderts errichtet. Der größere Teil der Kultanlage lag im Tal der Héria, dort wo das unterirdisch abfließende Wasser des 100 m höher gelegenen Lac d'Antre, eines Kratersees, an die Oberfläche tritt, und umfasste einen über den Fluss gebauten Tempel mit einer angegliederten Thermenanlage und ein nördlich davon gelegenes, als Hospital gedeutetes Gebäude.

Zu den Siedlungen, die ihre Entstehung einem Heiligtum verdankten, zählen außerdem Equevillon - Mont Rivel, Mirebeau und möglicherweise Studen (Petinesca).

Villards-de-Héria, untere Kultanlage

 

Auch die ehemaligen Auxiliarvici, die nach Abzug des Militärs weiterbestanden, fungierten als Handelsplatz für die nähere Umgebung. Lediglich für Zürich (Turicum) und Windisch (Vindonissa) lässt sich eine darüber hinausgehende Funktion feststellen. In unmittelbarer Nähe von Zürich verlief die Grenze zwischen den beiden römischen Provinzen Obergermanien und Rätien, die zwei verschiedenen Zollbezirken angehörten. Wie aus einer Inschrift hervorgeht, befand sich in Zürich eine Zollstation, die diesen Grenzverkehr überwachte. Windisch (Vindonissa) lag am Schnittpunkt zweier großer Fernstraßen – einerseits der Route von der Rhone an den Oberrhein und Weg von der oberen Donau zu den Alpenpässen im Bündener Land. Zwar gibt es bisher keinen Hinweis darauf, dass sich deshalb hier ein bedeutender Warenumschlagplatz entwickelte, doch spricht die große Rastanlage (mansio), die auch nach Auflassung des Legionslagers in Betrieb gewesen zu sein scheint, für die Bedeutung des zivilen Windisch als Rastplatz für Fernfahrer.

Das Legionslager von Vindonissa mit der Mansio neben dem westlichen Lagergraben Die Zivilsiedlung von Vindonissa nach Aufgabe des Legionslagers

 

 

Die typische Bebauung in obergermanischen Kleinstädten

Die städtebauliche Planung

Stadtplanerisch lassen sich die städtische Siedlungen, die weder römisches Stadtrecht besaßen - also keine Städte im römisch-rechtlichen Sinn waren - noch administrative Funktionen als Hauptort einer Civitas besaßen, in zwei Gruppen einteilen. Ein Teil der Siedlungen breitete sich auf einem ausgedehnten Areal aus und weist ein regelmäßiges Straßenraster auf, das die Bebauung wie in einer mediterranen Stadt in große Wohnblocks (insulae) einteilt. Jede Insula war ihrerseits dicht mit Einzelhäusern bebaut, die sich jeweils zur Straße hin orientierten, wie eine Schemazeichnung der Nordhälfte von Insula 43 in Vertault (Vertillum) zeigt.

Der Wohnblock (insula) 43 in Vertault

Im Gegensatz zum nördlichen Obergermanien finden sich im südlichen Obergermanien Kleinstädte mit einem ausgedehnten regelmäßigen Straßenraster vergleichsweise häufig. Als Beispiele seien hier Madeure (Epomanduodurum) mit seiner Vorstadt Mathay- Essarté, die heute auf dem gegenüberliegenden Ufer des Doubs liegt, und Lausanne (Lousonna) genannt.

Mandeure
Mathay-Essarté
Lausanne

 

Eine Besonderheit stellt das Straßennetz von Vertault (Vertillum) dar. Hier ist das Straßennetz im Norden etwas anders orientiert als im Süden. Dabei scheint der nach Nord-West /Süd-Ost ausgerichtete ältere Teil auf einheimische Traditionen zurückzugehen, während der streng von Nord nach Süd ausgerichtete südliche Teil erst in tiberisch-claudischer Zeit angelegt worden zu sein.
Vertault

Den Orten mit einem ausgedehnten regelmäßigen Straßennetz stehen nur wenige Siedlungen gegenüber, in denen die Bebauung wie in heutigen Straßendörfern aus jeweils einer, seltener zwei Hausreihen rechts und links einer Durchgangsstraße bestand, wobei die Häuserzeilen durch kurze Querstraßen unterbrochen sein konnten. Zu solchen Siedlungen gehört Dampierre-Fontanelle, das man bisher allerdings nur durch Luftbilder kennt, die römerzeitliche Siedlung auf der Engehalbinsel von Bern und Lenzburg.

Dampierre-Fontanelle
Bern-Engehalbinsel
Lenzburg

Bei einer Reihe weiterer Kleinstädte im südlichen Obergermanien sind anscheinend beide Planungssysteme miteinander verbunden worden. Hier gibt es zwar Hinweise auf einzelne Insulae, allerdings nicht durchgängig im gesamten Siedlungsareal. Beispiele dafür sind die drei im Gebiet der Helvetier liegenden Orte Studen (Petinesca), Baden (vicus Aquae Helveticae) und Oberwintherthur (vicus Vitudurum), sowie Beneuvre im Lingonengebiet.

Studen

Baden

Oberwinterthur

Beneuvre

 

Ein Sonderfall liegt in Equevillon - Mont Rivel im Sequanagebiet vor. Dort lässt die Lage auf dem äußersten Sporn eines Höhenrückens nur eine begrenzte Ausdehnung der Siedlung zu, deren Mittelpunkt ein großes Heiligtum war. Um diesen von einer Mauer und einer Straße umgebenen Bezirk gruppieren sich die Häuser. Querstraßen teilen die Bebauung zwar in Insulae ein, ohne dass sich jedoch daraus ein regelmäßiges Straßenraster ergibt. Equevillon - Mont Rivel

Regelmäßige Straßenraster nach mediteranem Vorbild finden sich vor allem bei den Siedlungen, die sich unmittelbar aus keltischen Städten entwickelten, während die in römischer Zeit neu angelegten Siedlungen zunächst wie Straßendörfern bebaut wurden und - wenn überhaupt- erst allmählich die klassische Insulabebauung übernahmen.

Nicht immer waren die Insulae von Anfang an komplett bebaut, sondern entstanden erst im Laufe der Zeit, indem sich innerhalb einer Insula die Bebauung verdichtete. Innerhalb der Wohnblocks blieb die Größe der einzelnen Grundstücke allerdings auffallend konstant, was mit der Vermessung des Landes und Parzellierung von Grundstücken durch die Römer zusammenhängt. Die allmählich dichter werdende Bebauung lässt sich recht gut am Beispiel von Malain (Mediolanum) und Equevillon zeigen.

 

 

Insula-Entwicklung Malain
Insula-Entwicklung Equevillon

 

Hinweise auf eine Neuparzellierung in römischer Zeit finden sich in Baden(Aquae Helveticae) in der Schweiz. Die Neubauten aus Stein, die man anstelle der bei dem großen Brand im Jahr 69 n.Chr. zerstörten Holzhäuser errichtete, sind deutlich breiter als die Vorgängerhäuser.

Baden Holzbauperiode II - Steinbauperiode I

Innerhalb eines Wohnblocks waren die einzelnen Häuser durch schmale Gänge voneinander getrennt, wie man an einem Beispiel in Equevillon sehen kann.

Gang zwischen zwei Häusern in Equevillon

 

Öffentliche Gebäude

Forum

Ebenso wie die Kolonien und Civitashauptorte besaßen auch die Siedlungen ohne Stadtrecht ein Zentrum mit einem großen Platz (Forum), um den herum sich Tempel und Kultbezirke, öffentliche Thermen sowie Läden gruppierten. Ein Markt- und Gerichtshalle (Basilika) konnte bei den Siedlungen, die nicht zu den Kolonien, Municipien oder Civitashauptorten zu rechnen sind, allerdings bisher nur in Lausanne, dem antiken Lousonna, festgestellt werden. Bis auf die öffentlichen Thermen verfügt Lausanne heute über den am besten erforschten Forumsbereich, der darüber hinaus als archäologischer Park heute in Lausanne-Vidy noch zu besichtigen ist.

Lausanne Forumsbereichs

Rekonstruktion der Basilika

Auch in Vertault (Vertillum) kennzeichnen das Forum, der angrenzende Tempel und die großen Thermen den Mittelpunkt der Siedlung.

Vertault Forumsbereich

Solche Zentren fanden sich nicht nur in den großen Siedlungen, die bereits durch ihr regelmäßiges Straßenraster anzeigen, dass sie unter römischer Herrschaft nach mediterranem Vorbild (neu) angelegt wurden, sondern auch in solchen, die in ihrer Anlage streckenweise eher Straßendörfern gleichen. So besaß auch Oberwinterthur (Vitudurum) ab ca. 50 n.Chr. auf dem Kirchhügel ein - allerdings in spätantiker Zeit durch ein Kastell überbautes - Ortszentrum mit einem großen freien Platz, um den größere Gebäude und ein ummauerter Tempelbezirk angeordnet waren. Hinter dem Tempelbezirk schloss sich eine Thermenanlage an. Im Gegensatz zu den normalen Wohnhäusern bestanden die offiziellen Gebäude aus Stein.

Oberwinterthur Forumsbereich

Rekonstruktion (Blick von Westen)

Theater

In sieben Kleinstädten im südlichen Obergermanien gab es sicher ein szenisches Theater. In Malain (Mediolanum), Mandeure (Epomanduodurum), Lenzburg und in jüngster Zeit auch in Lausanne (Lousonna) westlich des bisher bekannten Siedlungsareals sind sie durch Ausgrabungen nachgewiesen worden. Der Überlieferung nach zu urteilen, ist man in Ursins im 19. Jahrhundert bei archäologischen Untersuchungen wohl ebenfalls auf ein Theater gestoßen. Auch in der nur durch Luftbilder bekannten Siedlung Veuxhalles gab es offenbar ein Theater. In Mirebeau lässt sich auf die Existenz eines szenischen Theaters durch eine römische Inschrift schließen, in der von der Renovierung der Bühne die Rede ist. Während in Malain (Mediolanum), Veuxhalles, Mandeure (Epomanduodurum), Ursins und Lenzburg die Theater in enger Beziehung zu einem Tempelbezirk stehen, fehlen für das neuentdeckte Theater in Lausanne bisher noch entsprechende Hinweise. Seit vorrömischer Zeit existierte in Mirebeau ein Heiligtum, so dass auch hier ein enger Bezug zwischen Heiligtum und Theater angenommen werden darf. Diese Verbindung zwischen Kultanlagen und szenischen Theatern zeigt sich in allen gallischen Provinzen. Obwohl es keinen Hinweis darauf gibt, dass hier Theater bereits in vorrömischer Zeit existierten, zeigt sich in der Verbindung Tempel/Theater wohl eine alte keltische Kultpraxis, in der Schauspiele eine wichtige Rolle spielten. Offen bar hielt man in römischer Zeit an dieser Tradition fest, stellte sie aber in einen römischen Rahmen. Wann die Theater in einzelnen gegründet wurden, ist nicht sicher. Lediglich für Lenzburg kann mit einiger Wahrscheinlichkeit ein Gründungsdatum um 100 n.Chr. angenommen werden.

Mandeure
Lausanne
Lenzburg
Veuxhalles

Amphitheater

Amphitheater scheint es dagegen im südlichen Obergermanien außerhalb der großen Städte nur selten gegeben zu haben. Bisher kennt man insgesamt zwei - eines in Bern und eines in Mirebeau. Dabei gehört lediglich das kleine Amphitheater in Bern in einen rein zivilen Kontext. Seine Erbauung lässt sich leider nicht genauer als in den Zeitraum von der Mitte des 1. bis zur Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr. datieren. Es befindet sich außerhalb der Siedlung noch südlich des Tempelbezirks, der sich an den Siedlungskern auf der Engehalbinsel von Bern anschloss. Das Amphitheater von Mirebeau dürfte dagegen eher mit dem Legionslager zusammenhängen, das man 70 n.Chr. errichtete hatte, um die zu dieser Zeit rebellischen Lingonen unter Kontrolle halten zu können.

Bern-Engehalbinsel
Amphitheater in Bern
Rekonstruktion des Amphitheaters in Bern
Mirebeau

Wasserversorgung

Hinweise auf Aquaedukte, die Wasser über eine größere Entfernung in die Siedlung führten, fanden sich bisher nur in Malain (Mediolanum), Lausanne (Lousonna) und Luxeuil (Luxovium). In allen übrigen Siedlungen holte sich die Bevölkerung ihr Wasser an öffentlichen Brunnen. In Oberwinterthur (Vitudurum) konnten im Westquartier mehrere Brunnen festgestellt werden. Einer von ihnen wurde allerdings nicht vom Grundwasser gespeist, sondern stellt vielmehr eine Quellfassung dar. Ihr Wasser versorgte außerdem über hölzerne Rohrleitungen die Becken in zwei nahegelegenen Gerbereien oder Walkereien. Dank der außergewöhnlich guten Erhaltungsbedingungen haben sich in Oberwinterthur auch die hölzernen Abwasserkanäle erhalten.

Brunnen und Abwasserkanäle in Oberwinterthur
Brunnen mit Teuchelleitung zu zwei Häusern
Originale Teuchelleitung

 

Die Öffentlichen Bauten in ehemaligen Auxiliarvici


Rekonstruktion mit Sihl- und Limmatbrücke.
Die Bebauung der Auxiliarvici aus der Zeit nach Abzug des Militärs sind in den vier Orten im südlichen Obergermanien nur schlecht erforscht. Deshalb ist man auch nur unzureichend über die öffentlichen Gebäude unterrichtet. Sicher lässt sich in Zürich (Turicum) ein Hafen, eine Brücke über die Limmat und eine zweite über die Sihl sowie eine Thermenanlage in Hafennähe nachweisen.

 

War die in flavischer Zeit um 70/80 n.Chr. errichtete erste Badeanlage in Zürich noch relativ bescheiden und in ihrer Konzeption noch mit Militärbädern vergleichbar, so zeugt die vergrößerte Therme, die Mitte des 2. Jhs. gebaut wurde, vom Reichtum der Einwohner. Dieser Bau wurde später zu Beginn des 3. Jahrhunderts noch einmal vergrößert.
Badeanlage im späten 1. Jh. n.Chr.
Badeanlage in der Mitte des 2. Jhs.
Badeanlage am Anfang des 3. Jhs.

 

Auch die Bewohner von Zurzach (Tenedo) besaßen ein öffentliches Badegebäude. Ähnlich wie in Zürich (Turicum) besaß es in seiner ersten Phase einen recht einfachen Grundriß. Unklar ist im Augenblick, ob es noch kurz vor Abzug des Militärs errichtet wurde oder erst auf die Vicusbewohner zurückgeht .
Das Badegebäude von Zurzach
 

 

Außergewöhnlich für ehemalige Auxiliarvici ist ein Forum, das sich bisher nur in Windisch (Vindonissa), also bei einem ehemaligen Legionslager nachweisen lässt. Es entstand spätestens im dritten Viertel des 1. Jhs. n.Chr., als das Lager noch belegt war, scheint aber aber auch nach Auflassung des Lagers noch in Betrieb gewesen zu sein.
 
Das Forum von Vindonissa
Lage des Forums zum Lagergraben und der Zivilbebauung in Vindonissa

 

Die Funktion der Privathäuser

Im gesamten Untersuchungsgebiet finden sich in den Kleinstädten reine Wohnhäuser nur selten. Eines der wenigen Beipiele scheint die östliche Bebauung in Equevillon gewesen zu sein, wo sich keine Hinweise auf Werkstätten fanden. Üblicherweise erfüllten aber die Privathäuser eine Doppelfunktion: Sie dienten einerseits als Werkstatt mit Verkauf, andererseits als Wohnung. Sofern beide Bereiche getrennt waren, lagen Arbeitsräume und Läden meist im vorderen Teil an der Straße, die privaten Zimmer schlossen sich nach hinten an. Während sich bei den klassischen Streifenhäusern der Hof hinter dem Haus befand und meist die gesamte Grundstücksbreite einnahm, gruppierten sich bei den Insulae die Räume um einen Innenhof. Allerdings nahmen auch hier die Werkstätten und Läden die Straßenfront ein.

Wie in den rein zivilen Siedlungen hatten auch die Häuser in den ehemaligen Auxiliarvici die typische Doppelfunktion von Wohn- und Geschäftshaus. Teilweise blieben diese Häuser nach Abzug der Truppe noch in ihrer alten Funktion bestehen. So scheint im Haus XI in Zurzach (Tenedo), das erst um 70 n.Chr. abgerissen wurde, schon zu Kastellzeiten ein horn- und lederverarbeitenden Betrieb untergebracht gewesen zu sein. Auch das Haus VIII, das einem Schmied gehörte, war noch während der Kastellzeit gebaut worden und blieb bis in die 70er Jahre bestehen.

Oberwinterthur

Malain

 

Die Veränderung der Hausbauweise

Auch im südlichen Obergermanien geht die Sitte, Häuser in Stein zu errichten, auf römischen Einfluss zurück Allerdings setzte sich diese neue Technik nicht überall zur selben Zeit durch. Soweit die bisher publizierten Ausgrabungsergebnisse eine Beurteilung zulassen, gab es einen deutlichen Unterschied zwischen dem Gebiet der Lingonen und Sequaner, also dem heutigen Ostfrankreich und der Schweiz, wo die Helvetier siedelten.
Formal zeigen z.B.die frühesten Wohngebäude aus augusteischer Zeit in Malain (Mediolanum) noch die traditionelle keltische Form der Doppelhäuser mit einer gemeinsamen Wand. Kennzeichen dieser Häuser sind zwei oder drei nebeneinander liegende Zimmer an der Straßenfront und ein nach hinten anschließender Hof. Erst im Laufe der Zeit verwischen Umbauten diesen traditionellen Grundriss keltischer Häuser, bis er Ende des 2. Jahrhunderts kaum noch zu erkennen ist. Allerdings sind in Malain die Häuser bereits in augusteischer Zeit in Stein errichtet worden.

Entwicklung eines Hauses in Malain

Auch bei den frühen reinen Wohnhäusern in Equevillon-Mont Rivel, die während der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts entstanden, handelte es sich von Anfang um Steingebäude. Typisches Baumaterial der Wohnhäuser waren Bruchsteine, die meist in der Umgebung gebrochen worden waren.

Equevillon

Malain

Lediglich einfache Gebäuden, die als Werkstätten oder Lagerhäuser dienten, wurden im südwestlichen Obergermanien zunächst als Fachwerkbauten auf Steinsockeln errichtet.

Im Helvetiergebiet hingegen entstanden Steinhäuser erst in einer späteren Entwicklungsphase der Siedlung und ersetzten ältere Holzbauten. Besonders gut erhaltene Beispiele finden sich in Studen (Petinesca), Baden (Aquae Helveticae) und Oberwinterthur (Vitudurum).

Studen (Petinesca)

Zwar gab es in Studen (Petinesca) ein keltisches Oppidum, doch ist unklar, ob es noch bis in römische Zeit hinein bestand oder schon vor der römischen Okkupation aufgegeben worden war. Die sicher römischen Spuren innerhalb dieser keltischen Höhensiedlung gehören jedenfalls zu einem Tempelbezirk und waren keine Wohnhäuser.Diese lagen unterhalb des ehemaligen Oppidums und sind erst in tiberischer Zeit entstanden. Die Ausgrabungen aus den Jahren 1985 - 1992 in Studen-Vorderberg geben gute Einblicke in die frühesten Entwicklungsstufen des Ortes. Die Häuser liegen am Hang des Jäissbergs; ihre Vorderfronten sind an der hier vorbeiziehenden Fernstraße ausgerichtet.
Studen

 

Die Bebauung setzt an dieser Stelle um 15 n.Chr. mit zwei einfachen Holzhäusern ein, die jeweils aus einem einzigen Raum bestanden. Die aus Holzbohlen errichteten Wände ruhten auf Schwellbalken, die Dächer waren mit organischem Material gedeckt und die Fußböden bestanden aus mit Kies vermischtem Lehm.

Studen Holzbauphase Aa

Im Zuge einer Verlängerung der Häuserzeile wurden auch die beiden älteren Häuser umgebaut. Alle Häuser, weiterhin Einraumhäuser aus Holz mit Schwellbalkenkonstruktion, waren nun wie moderne Reihenhäuser unmittelbar aneinander gebaut.

Studen Holzbauphase Ac


Zwischen 40 und 50 n.Chr. wurde der Hang ein Stück abgetragen, d.h. die Grundstücke vergrößert, und die Häuser erneuert. Nun setzte man die Schwellbalken nicht mehr unmittelbar auf den anstehenden Boden, sondern auf einer dünnen Lage aus Geröllen und Bruchsteinen. Reste von Lehmbewurf weisen darauf hin, dass die Häuser nun aus Lehmfachwerk errichtet waren. Lediglich ein Haus besaß ein vom Hauptraum abgeteiltes Zimmer; die übrigen verfügten anscheinend immer noch nur über einzigen Raum mit einem Lehmfußboden und einem Stroh- oder Schindeldach.

Studen Holzbauphase Ba

Erst um 100 n.Chr. ging man an dieser Stelle dazu über, die Holzhäuser durch Steinhäuser zu ersetzen. Zunächst waren es noch Fachwerkhäuser auf Steinsockeln mit Ziegeldächern; in der Folgezeit wurden die Mauern teilweise komplett aus Stein gemauert. Soweit die noch nicht vollständig ausgewerteten Befunde eine Beurteilung zulassen, bestanden auch die Häuser der sog. Steinbauperiode aus einem großen Raum, in dem zur Straße hin ein oder mehrere Zimmer abgetrennt waren. Obwohl weiterhin als "Reihenhäuser" konzipiert, weisen die Wohnhäuser von Studen in keiner Phase die typischen Merkmale von Streifenhäuser auf, also langrechteckige Häuser, die mit ihrer Schmalseite zur Straße hin orientiert waren.

Steinbauten über den älteren Holzhäusern in Studen

Baden (Aquae Helveticae)

Wie in Studen wurden auch am Westrand von Baden die ersten Häuser um 15/20 n.Chr. errichtet. Sie überlagerten ein Grubenhaus und Gräber aus augusteischer Zeit. Im Gegensatz zu Studen handelt sich in Baden um um echte Streifenhäuser. Obwohl eng nebeneinander errichtet, haben die einzelnen Häuser keine gemeinsame Wand. Die Außenwände standen auf Schwellbalken, die etwas in die Erde eingetieft waren. Ob darauf von Anfang an Lehmfachwerk oder zunächst nur eine Holzbohlenwand stand, ist nicht sicher. Das besser erhaltene 10 m breite und mindestens 21 m lange Haus 1 bestand in seiner ersten Phase aus einem großen Raum an der Straße, an den sich nach hinten weitere kleine Räume anschlossen. Obwohl die Raumeinteilung von Haus 1 innerhalb der nächsten 30 Jahre mehrfach geändert wurde, behielt es seine einfache Ausstattung aus Lehmböden und einer Dachdeckung aus organischem Material.

Baden Holzbauperiode I

Um 55 n.Chr. wurden die beiden Häuser komplett abgerissen und mit neuem Grundriss wieder aufgebaut: Haus 1 war mindesten 3 m kürzer und 0,5 m schmaler, so dass sich ein enger Durchgang zu Haus 2 ergab. Außerdem kamen rechts und links Nachbarhäuser hinzu. Auch diese waren wie zuvor auf Schwellbalken errichtet, die nun aber sicher Lehmfachwerkwände trugen.

Baden Holzbauperiode II


Ca. 15 Jahre später brannten die Häuser komplett ab. Der Schutt wurde anschließend planiert, das Areal in neue, größere Parzellen eingeteilt und die neuen Häuser massiver gebaut. Die Außenwände waren durchweg gemauert und mit Fugenputz versehen. Die Dächer waren mit Ziegeln gedeckt. Nur die Innenwände bestanden aus verputztem, teilweise bemaltem Fachwerk. Zwar gab es nach wie vor einzelne Räume mit einfachen Lehmböden, doch überwogen nun Terrazzoböden oder Fußböden aus Holzbrettern. Nur Haus II war mit einem Keller ausgestattet. Obwohl auch jetzt noch die Grundstücke langrechteckig waren, zeigt keins der Häuser mehr die Merkmale von Streifenhäusern. An die zur Straße hin gelegenen fast quadratischen Häuser schlossen sich vielmehr Hinterhöfe an. Die benachbarten Häuser II und III besaßen darüber hinaus jeweils eine gemeinsame Trennwand. Auch während der Steinbauperiode lassen sich in auffallend kurzen Abständen mehre Umbauten der Häuser nachweisen, die meist die Inneneinteilung, seltener auch die Fassade betrafen. Gaben schon die gemauerten Außenfassaden und die Ziegeldeckung der Dächer den Häusern ein römisches Aussehen. so verstärkte sich der mediterrane Eindruck durch die den Häusern vorgelagerte Porticus, ein Laubengang zwischen Hausfront und Straße.

Baden Steinbauperiode I

Etwa zwischen 155 und 175 n.Chr. brannte das gesamte Quartier erneut ab. Die darauf hin errichteten Neubauten scheinen allerdings nicht mehr durchgehend in Stein gemauert gewesen zu sein. Lediglich die Trennwände zwischen den Häusern bestanden aus Stein, während die Fassadenwände in Fachwerk ausgeführt waren. Anders als in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts lag es aber unter Putz, so dass der Anschein eines Steingebäudes bestehen blieb

Baden Steinbauperiode II

Oberwinterthur (Vitudurum)

Ungleich konstanter als in Baden waren die Parzellen in Oberwinterthur, wie die Ausgrabungen des Westquartiers gezeigt haben. Allerdings hatten die Hausfronten und damit die Grundstücke unterschiedliche Breiten zwischen 4,5 und 9,2 m, wobei die breiteren näher am Stadtzentrum lagen. Zudem besaßen hier die Häuser bereits seit ihrer Gründung um 7 n.Chr. eine durchgehende Straßenfront mit Porticus.

Westquartier Oberwinterthur
Parzellenbreite 7/9 n. Chr.
Parzellenlänge 7/9 n. Chr.

Ähnlich wie in Studen bestanden auch in Oberwinterthur die einfachsten Gebäude im Westquartier zunächst aus einem einzigen großen Raum mit einer zentralen Herdstelle. Allerdings besaßen auch diese Häuser keinen quadratischen, sondern einen langrechteckigen Grundriss und orientierten sich mit ihrer Schmalseite zur Straße. Durch Abteilung eines straßenseitigen Raumes entstand daraus eine zweizonige Innengliederung, die um 30/33 n.Chr. fast bei allen Häusern zu beobachten ist. In den anschließenden Jahren bis 70 n.Chr. wurden viele Häuser nach hinten verlängert und erhielten dadurch eine dritte Raumzone. Dennoch zeigt die Innenaufteilung der Häuser im Westquartier von Oberwinterthur nie die Komplexität der Streifenhäuser von Baden.

Hausentwicklung auf Parzelle 14

Hausentwicklung auf Parzelle 12

 

Bei der Konstruktion der Holzhäuser im Westquartier lässt sich eine Entwicklung von der Pfostenbauweise zu Schwellbalkenkonstruktionen auf gemauerten Sockeln feststellen. Während die die ersten um 7 n.Chr. errichteten Häuser Pfostenbauten mit Bretterwänden waren, traten in der Folgezeit Schwellbalkenkonstruktionen hinzu, was bei einzelnen Häusern zu einer Mischtechnik führte. Die Schwellbalken trugen teilweise Wände aus Holzbohlen, teilweise aber auch bereits Fachwerk. Ab Mitte des 1. Jahrhunderts entstanden die ersten reinen Schwellbalkenhäuser, zunächst noch ohne Steinfundamentierung, ab dem zweiten Viertel des 1. Jhs. n.Chr. vereinzelt schon auf Mauersockeln.

Schwellbalkenbau mit Anbau in Pfostentechnik

Während im Westquartier keine Hinweise auf vollständig aus Mauerwerk errichtete Häuser vorliegen, scheint man im Zentrum von Oberwinterthur einige öffentliche Gebäude um 70 /80 n.Chr. in Stein gebaut zu haben.

Grundsätzlich fällt im südlichen Obergermanien auf, dass sich Streifenhäuser wie in Baden resp. Langhäuser wie in Oberwinterthur, die - wohl aus Italien übernommen - die typische Hausform in den zivilen Niederlassungen um römische Kastelle darstellen, nur in der Nordostschweiz in der Nähe des Legionslagers von Vindonissa zeigen. Rechnet man diese Region noch zu dem Gebiet hinzu, das bis zur Gründung der Provinz Obergermanien und militärischer Verwaltung stand, könnte sich in diesen Hausgrundrisse ein starken römischer Einfluss zeigen, der im Süden und Westen, wo kein Militär stand, fehlte. Deshalb hielt man dort sehr viel länger an den traditionellen Grundrissen fest - teilweise auch dann noch, als man längst zum massiveren Steinbau übergegangen war.

 

Die Ausstattung der Privathäuser

Wie aufwendig die Häuser im Wohnbereich ausgestattet wurden, hing natürlich in hohem vom Reichtum des Besitzers ab. Dies gilt vor allem für farbigen Wandverputz oder gar Wandmalereien. Aus diesem Grund kann man auch die Übernahme dieser mediterranen Ausstattung weder einem bestimmten Zeithorizont zuweisen noch mit einer bestimmten Bauweise verbinden; auch in Fachwerkhäusern gab es farbig verputzte Wände.
Auf römischen Einfluß ging auch der Einbau von Hypokaustheizungen zurück. Sie finden sich allerdings meist nur in massiven Steinhäusern oder Gebäuden, bei denen das Fachwerk auf gemauerte Steinsockel gesetzt war. Soweit sie sich datierten Bauphasen eines Hauses zuordnen lassen, scheinen sie meist erst im 2. Jahrhundert eingebaut worden zu sein, selbst dann, wenn ein Gebäude längst vorher in Stein errichtet worden war.
Keller wurden dagegen auch in einfache Holzhäuser eingebaut, gehörten aber wie in den Steinhäusern nicht zwingend zur Grundausstattung. Dies gilt sogar für Häuser in einer großen stadtähnlichen Siedlung wie Malain, wo zwar für die meisten, aber nicht für alle Häuser Keller nachgewiesen sind.

Keller und Hypokaustanlagen in Malain

 

Die Privathäuser in den ehemaligen Auxiliarvici

Holz- bzw. Fachwerkbauten finden sich auch in den ehemaligen Auxiliarvici. Eine typische Entwicklung fasst man in Basel, wo sich bereits vor der Einquartierung von römischem Militär eine keltische Siedlung befand. Hier konnten östlich des Münsterhügels, auf dem sich wohl das augusteische Lager lag, Hausreste ausgegraben werden, die sicher in die Nachkastellzeit gehören. Auf dem heutigen Grundstück Rittergasse 16 wurden Reste eines Fachwerkhauses ausgegraben, das Mitte des 1. Jhs. n.Chr. errichtet worden war. Etwa um 100 n.Chr. wurde es durch einen zweiten Fachwerkbau ersetzt, zu dem ein, allerdings erst etwas später angelegter Keller aus Trockenmauerwerk gehörte. Der Grabungsausschnitt ist zu gering, um die Grundrisse der beiden Fachwerkhäuser rekonstruieren zu können. Erst bei dem um 170 n.Chr. errichteten Haus lässt sich etwas über den Haustyp sagen: es handelt sich um ein Streifenhaus mit Steinmauern. Es besaß in seiner ersten Phase einen hypokaustierten Raum, der jedoch bei einem späteren Umbau des Hauses zugunsten eines gemauerten Kellers aufgegeben worden war.

Basel, Rittergasse 16, Steinbauphase 1
Basel, Rittergasse 16, Steinbauphase 2

 


Die Häuser unterhalb des Legionslagers von Windisch (Vindonissa) im östlich gelegenen Unterwindisch, die teilweise mit Hypokaustheizungen, Exedren, Bädern, Mosaikböden und Wandmalereien außergewöhnlich reich ausgestattet waren, waren wohl nur bewohnt gewesen, solange das Legionslager besetzt gewesen war. Funde aus dem 2. Jh. n.Chr. scheinen jedenfalls kaum vorhanden zu sein. Deshalb möchte man annehmen, dass hier die Familien des Legionskommandanten und der hohen Offiziere untergebracht worden waren. Dies würde auch die für das 1. Jh. ungewöhnlich luxuriöse, mediterran anmutende Ausstattung erklären. Nach Abzug der Legion 101 n.Chr. wurden diese Häuser dann nicht weiter bewohnt. Stattdessen entwickelten die südlich und westlich des Legionslagers gelegenen Areale mit ihren sehr viel bescheideneren Gebäuden weiter. Von dort aus wurden dann auch im Laufe des 2. Jhs. im südlichen und südwestlichen Lagerareal beiderseits der via principalis Streifenhäuser gebaut.

 

 

Die Entstehung von Kleinstädten im nördlichen Obergermanien

Anders als im Süden der späteren Provinz Obergermanien, wo die alten Stammesstrukturen die römische Eroberung Galliens durch Cäsar überdauerten, kam es im nördlichen Teil links des Rheins zwischen Basel und Mainz im späten 1. Jahrhundert v. Chr. zu einem Bevölkerungswandel. Nach den literarischen Quellen zu urteilen, siedelten die Triboker, Nemeter und Vangionen erst in nachcäsarischer Zeit im linksrheinischen Oberrheingebiet. Wann diese Ansiedlung geschah und ob sie auf Veranlassung oder nur mit Duldung der Römer geschah, weiß man nicht. Trotzdem gibt es auch im nördlichen Obergermanien einige römische Siedlungen, in denen Gruben mit Material aus der Spätlatènezeit ihre Existenz in voraugusteischer Zeit belegen. Wie diese Siedlungen ausgesehen haben, lässt sich allerdings nicht sagen.

Auffallend ist aber die unterschiedliche Entwicklung in den folgenden Jahrzehnten. Während im südlichen Obergermanien die Masse neuer Kleinstädte unter den Kaisern Augustus und Tiberius (27 v.Chr. – 37 n.Chr.) entstand, lassen sich im nördlichen Obergermanien in dieser Zeit bis auf Eschenz keine kleinstädtischen Neugründungen nachweisen. Erst in claudisch-neronischer Zeit, also in den Jahren von 41 – 68 n.Chr., wurden mit Sierentz, Illzach und Eisenberg hier erste Kleinstädte gegründet, die keine einheimischen Vorläufer besaßen. Damit setzte am Oberrheingebiet zwischen Basel und Mainz die Urbanisierung erst rund 100 Jahre nach der römischen Eroberung ein. Umso auffallender ist die Gründung von Schleitheim (Iuliomagus) in claudischer Zeit, das auf rechtsrheinischem Gebiet liegt. Denn erst unter Kaiser Claudius (41 – 54 n.Chr.) griffen die Römer nach dem Rückzug 17 n.Chr. erneut über den Rhein aus und besetzten das rechtsrheinische Oberrheintal und die Gebiete zwischen Hochrhein und oberem Neckar. Im Schutz des ebenfalls erst in claudischer Zeit angelegten Kastells Hüfingen scheint die zivile Siedlung in Schleitheim fast unmittelbar nach der Stationierung von Truppen im rechtsrheinischen Gebiet entstanden zu sein.

Eine deutliche Zunahme der Kleinstädte ist dann in flavischer Zeit zu beobachten, also in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts. Diese Jahre sind gekennzeichnet durch die unter Kaiser Vespasian (69 – 79 n.Chr.) einsetzende Eroberung der Mainebene, der Wetterau und der Region zwischen Rhein und Neckar. Damit einher ging die Aufgabe der linksrheinischen Kastelle. Unter dem letzten flavischen Kaiser Domitian (81 – 96 n.Chr.) wurde zwischen den Jahren 83 und 90 n.Chr. die Provinz Germania superior eingerichtet und die neue Reichgrenze östlich des Rheins dauerhaft durch Kastelle geschützt. Neben den Kleinstädten Hüfingen und Biesheim südlich von Mainz sowie Bingen, Koblenz und Andernach in der Zone nördlich von Mainz, die sich aus ehemaligen Kastellvici entwickelten, entstanden links und rechts des Rheins neue Kleinstädte rein zivilen Ursprungs. Eine Besonderheit stellt Rheinzabern dar. Hier stellten bis in domitianische Zeit die in Mainz stationierten Legionen Ziegel her. Nachdem dann diese Heeresziegelei nach Höchst am Main verlegt worden war, entwickelte sich hier ein ziviles Töpfereizentrum, in dem ab der Mitte des 2. Jahrhunderts auch Terra Sigillata hergestellt wurde.

Gemessen an der langsamen Urbanisierung des linksrheinischen Oberrheintals setzte im rechtsrheinischen Gebiet dieser Prozess fast schlagartig nach der Eroberung ein. Es ist nicht auszuschließen, dass man hier den archäologischen Beleg für eine literarische Überlieferung hat. Nach Tacitus (Germania 26,4) war diese Region nämlich nicht von Germanen bewohnt. sondern wurde von besitzlosen Galliern besiedelt, die sich die unklaren Besitzverhältnisse vor der Provinzgründung zu Nutze machten. Für sie waren natürlich Städte eine vertraute Siedlungsform.

Dieser Urbanisierungsprozess wurde in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts fortgesetzt, wobei vor allem die Kleinstädte in der Mainebene auf Kastellvici zurückgehen, deren Bevölkerung nach dem Abzug des Militärs eine neue Existenzgrundlage fand. Auf ehemalige Kastellvici gehen auch die Städtchen Sulz und Heidelberg am Neckar zurück, während die Kleinstädte in der Region zwischen unterem Neckar und Murg von Anfang an rein zivile Gründungen waren.

Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr. dehnten die Römer die Provinz Obergermanien ca. 30 km nach Osten aus. Die vorher im Odenwald und am Necker gelegenen Kastelle wurden aufgelassen und die Truppe in neue Lager an den sogenannten Vorderen Limes verlegt. Diese Maßnahme führte in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts nochmals zu einer Zunahme der Kleinstädte im nördlichen Obergermanien. Allerdings war nicht jeder Kastellvicus ohne die Kaufkraft der Soldaten überlebensfähig. So hörten die Kastellvici im Odenwald mit Abzug des Militärs auf zu bestehen. Lediglich die verkehrsgünstiger gelegenen Siedlungen Bennigen, Heilbronn, Köngen und Walheim bestanden als zivile Städtchen weiter. Ein Sonderfall stellt die Siedlung von Groß-Gerau dar. Hier kam es offenbar nach Aufgabe des Lagers Anfang des 1. Jahrhunderts n.Chr. zunächst zu einer Siedlungsunterbrechung, bevor um 170 n.Chr. der Platz erneut besiedelt wurde.

Die Anbindung an Verkehrswege

Wie im südlichen Obergermanien liegen auch rheinabwärts die Kleinstädte an den Hauptverkehrsachsen. Dies sind im wesentlich die beiden Hauptstraßen, die zu beiden Seiten des Rheins durch das Rheintal führen. Im Osten der Provinz Germania superior stellt nach der Vorverlegung des Limes die Straße entlang des Neckars, die bis zur Mitte des 2. Jahrhunderts die Auxiliarkastelle miteinander verband, eine wichtige Nord-Süd-Verbindung dar. Eine entscheidende Rolle für die Lebensfähigkeit dieser Siedlungen spielte aber offenbar der Neckar. Es fällt nämlich auf, dass im Odenwald bisher aus der Zeit nach dem Abzug des Militärs keine Zivilsiedlungen nachweisbar sind. Die vor einiger Zeit gefundenen Töpferöfen, die über Häuser des ehemaligen Kastellvicus von Schlossau errichtet wurden, sprechen zwar für eine verbliebene Zivilbevölkerung; wo diese aber wohnte, entzieht sich unserer Kenntnis.

Gute Existenzgrundlagen boten anscheinend auch die beiden Fernstraßen, die Rhein und Neckar miteinander verbanden. Sowohl an der Straße, die Speyer mit Bad Wimpfen verband, als auch an der Straße vom Rheintal über Pforzheim nach Bad Cannstatt am Necker entstanden eine Reihe ziviler Siedlungen. Hingegen scheinen die klimatischen Bedingungen an den durch den Hochschwarzwald verlaufenden Fernstraßen vom Rhein nach Osten zu ungünstig für eine Besiedlung gewesen zu sein. Auffallend schwach entwickelt ist die kleinstädtische Besiedlung an der Grenze zwischen den Provinzen Germania superior und Gallia Belgica im nördlichen Obergermanien. Die Kleinstädte, die sich entlang der Fernstraßen vom Rhein nach Westen entwickelten, lagen vor allem in der Provinz Gallia Belgica und nicht in Obergermanien.

Die Funktion der Kleinstädte

Die Wirtschaftskraft der meisten kleinstädtischen Siedlungen beruhte auch im nördlichen Obergermanien auf Handwerksbetrieben, deren Produkte vor Ort verkauft wurden. In allen Siedlungen lassen sich Keramik- und Metallproduktion nachweisen. In erster Linie dienten diese Erzeugnisse der Versorgung des ländlichen Umlands. Typisch für eine solche Siedlung ist der ehemalige Kastellvicus von Walheim, wo in den Häusern über dem verlassenen Kastellareal metallverarbeitende Betriebe und eine kleine Töpferei nachgeweisen werden konnten.

Allerdings gab es im nördlichen Obergermanien einige Siedlungen, in den überregional verhandelte Keramik hergestellt wurde. Dazu gehörte die Siedlung Rheinzabern (Tabernae). Der Ursprung dieser Siedlung geht auf die Ziegeleien der Mainzer Legionen zurück. Nachdem Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. die Ziegelei der Mainzer Legionen von Rheinzabern nach Höchst am Main verlegt worden war, entwickelte sich Rheinzabern als zivile Siedlung weiter, indem unter ziviler Regie hier zunächst weiter Ziegel und Baukeramik produziert wurde. Der große wirtschaftliche Aufschwung kam allerdings erst Mitte des 2. Jahrhunderts durch die Sigillata-Produktion. Schlämmbecken, Werkhallen und Brennöfen in unmittelbarer Nähe der zur Straße hin ausgerichteten streifenförmigen Häuser charakterisieren das Ortsbild.  
Obwohl in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. in einer Reihe von Siedlungen am Neckar, vor im Raum Stuttgart (Stuttgart-Kräherwald, Waiblingen-Beinstein, Nürtingen) ebenfalls versucht wurde, Sigillata herzustellen, gewannen diese Produktionsorte nie die Bedeutung von Rheinzabern.

Dank der großen, bereits in vorrömischer Zeit ausgebeuteten Basaltvorkommen in der Eifel entstand in Mayen im 1. Jahrhundert n. Chr. eine bedeutende Mühlstein- und Mörserproduktion. Dabei wurden die noch in den Steinbrüchen roh zugerichteten Mühlsteine im Ort weiterverarbeitet.

Die Produktion von außerordentlich qualitätvollem Kochgeschirr setzte in Mayen allerdings erst im späten 3. Jahrhundert ein, als in Weißenthurm und Urmitz die dortigen Töpfereien aufgrund der unruhigen Zeiten ihren Betrieb eingestellt hatten.

Da die Mühlsteine aus Mayen in römischer Zeit weite Verbreitung gefunden hatten, liegt es nahe anzunehmen, dass sie in Andernach zum Transport auf Schiffe verladen wurden. Spuren des römischen Hafens oder große Lagerhäuser wie in Lausanne konnten allerdings bisher aufgrund der starken späteren Überbauung nicht aufgedeckt werden.

Erzabbau und Metallverarbeitung bildete die wirtschaftliche Grundlage von Eisenberg und Wiesloch. Wie noch der heutige Name von Eisenberg erkennen lässt, wurde hier das obertägig abbaubares Eisenerz gewonnen und verhüttet. In Wiesloch wurde silberhaltiges Bleiglanz und Galmei aus nahegelegenen Lagerstätten zur Silber- und Messingproduktion benutzt.

Lebensgrundlage für die Bewohner von Badenweiler war eine Heilquelle, die bis heute genutzt wird. Obwohl nach Ausweis der Funde die Besiedlung Badenweilers um 100 n.Chr. begann, sind die Reste der frühesten Badegebäude in unmittelbarer Nähe der Quelle nicht mehr erhalten. In der 1. Hälfte des 2. Jahrhunderts errichtete man ca. 150 m entfernt auf einer künstlich geschaffenen Hangterrasse eine großzügige Thermenanlage, die im Laufe der Zeit weiter ausgebaut wurde. Anders als Baden-Baden und Baden in der Schweiz diente die Thermalanlage in Badenweiler nicht als Heilbad für das Militär.


Bereits ab flavischer Zeit scheint sich in Niederbronn-les-Bains um die Quelle des Falkensteinbachs ein Quellheiligtum zu entstehen, das sich ab der Mitte des 2. Jahrhunderts durch den Bau einer später mehrfach erweiterten Badeanlage zu einem zivilen Kurort entwickelte.

Möglicherweise der Nähe zu dem bereits in der Latènezeit bestehenden Heiligtum auf dem Martberg bei Pommern an der Mosel verdankte die Siedlung bei Treis-Karden seine in römischer Zeit weiterlaufende Existenz. In den zahlreichen Töpferöfen südlich der nur schlecht untersuchten Wohnbebauung wurden u. a. Göttinnenfiguren aus Terrakotta hergestellt.


Die typische Bebauung der Kleinstädte im nördlichen Obergermanien


Die städtebauliche Planung

Anders als im südlichen Obergermanien lassen die teilweise sehr ausschnitthaften Grabungsbefunde nur in wenigen Fällen eine sichere Beurteilung des ehemaligen Bebauungsplans zu. Dennoch lässt sich festhalten, dass die zivilen Kleinstädte, die sich meist an der Kreuzung zweier Fernstraßen entwickeln, zumeist das typische Aussehen von Straßendörfern haben. Rechts und links der bedeutenderen Straßen zieht sich eine Häuserzeile entlang. An der Straßenkreuzung ist die Häuserfront unterbrochen. Auch die Eckhäuser weichen dabei nicht von der allgemeinen Orientierung ab.

Gügglingen
Wiesloch

Selbst in Siedlungen, in denen sich wie in der aus einem ehemaligen Lagerdorf hervorgegangenen Kleinstadt Walheim durch den geraden Straßenverlauf größere rechteckige Wohnblocks ergeben, fehlt ein regelmäßiges Straßengitter, weil die Straßen verspringen.

Zwar fällt in Walheim auf, dass die nach Aufgabe des Kastells II auf dem ehemaligen Lagerareal errichteten Gebäude (6 12) rechtwinklig zu der Bebauung angeordnet sind, die nach einem Brand um 155/160 n. Chr. auf den älteren Gebäuden des Kastellvicus (14-19; 22-29; 31) wieder errichtet wurden, doch die Häuser dieser neuen Parzellen orientieren wie die älteren entlang der Limesstraße jeweils nur zu einer Straße hin. Damit fehlt auch in Walheim eine echte mediterrane Insulabebauung, mit unterschiedlicher Ausrichtung der Häuserfronten und den typischen von Häusern umgebenen Innenhöfen.
Als auffallender Befund zeigt allerdings das nachkastellzeitliche Walheim durch die Unterteilung der Hausreihen in Gruppen aus zwei – drei Gebäuden, von denen zwei eine gemeinsame Wand besaßen. Besonders deutlich zeigt sich dies an der östlichen Bebauung entlang der Limesstraße, wo die Häuser 14/15a/15b, 16/17 und 25/26/27 solche Einheiten bilden.

Die aus dem Lagerdorf hervorgegangene Zivilsiedlung von Walheim gehörte offenbar zu den größeren Anlagen, während die Zivilsiedlung, die in Heldenbergen nach Abzug des dort stationierten Militärs Anfang des 2. Jahrhunderts fortbestand, zu den kleineren Orten gehörte, bei der sich nur jeweils eine Häuserzeile entlang entlang der Hauptstraße nachweisen lässt. Anders als in Walheim blieb in Heldenbergen das Gelände des letzten Kastells unbebaut.

 

Dieses regelmäßige Bebauungsschema, bei dem sich die Häuser wie bei einem Straßendorf zu einer Straßenseite hin orientieren, lässt sich nicht nur im rechtsrheinischen Gebiet nachweisen, sondern gilt offenbar auch für Kleinstädte auf der linksrheinischen Seite wie das Beispiel von Eisenberg zeigt.

Typisch für das Erscheinungsbild der Kleinstädte im nördlichen Obergermanien scheint es gewesen zu sein, dass den Häuserfronten keine durchgehende Porticus vorgelagert war. Zwar finden sich in fast allen Kleinstädten Häuser mit Porticus, doch beschränkte sich dieses Element offenbar auf einige Häuser.
In starkem Maße abhängig von den topographischen Gegebenheiten war offenbar die Bebauung in Oedenburg-Biesheim, wo nach Abzug des Militärs in flavischer Zeit, die zivile Besiedlung weiterging. Die vielen kleinen Wasserläufe und die recht großen Sumpfgebiete im Rheintal verhinderten eine großflächig angelegte regelmäßige Bebauung.


Auch für den Kurort Badenweiler spielte die Topographie eine ausschlaggebende Rolle. Die Bebauung der am Hang liegende Siedlung lag auf west-östlichen verlaufenden, z. T. künstlich angelegten Terrassen, die miteinander durch Treppen verbunden waren. Wohn- und Geschäftshäuser befanden sich offenbar im niedrigeren Nordteil, erschlossen durch parallel zum Hang verlaufende Straßen, oder schlossen sich östlich der Thermenanlage an, die den Ortskern kennzeichnet und auf einer künstlichen Terrasse angelegt worden war. Dabei nutzte man die Lage auf halber Hanghöhe, um mit den Thermen einen städtebaulichen Akzent zu setzen: Die an der Terrassenkante liegende Nordfassade besaß einen von weitem deutlich zu erkennenden Vorbau. Zugleich bildete die Anlage mit ihrer reich gegliederten Südfassade den nördlichen Abschluss des Hauptplatzes von Badenweiler. An diesem Platz lag ein weiteres, bisher nur durch Bodenradar erkundetes Gebäude, das als „Hotel“ oder „Kurhaus“ gedient haben kann. Überragt wurde der Platz im Süden durch einen Tempel, dessen Fassade auf die Quelle ausgerichtet war.


Öffentliche Gebäude

Forum

Nur für wenige Siedlungen ist das Zentrum mit öffentlichen Gebäuden bekannt. Zu diesen Ausnahmen gehört Eisenberg. Etwa in der Mitte der dortigen bisher freigelegten Bebauung erweitert sich die Durchgangsstraße zu einem Platz. An seiner Nordseite lag ein um einen großen Innenhof angelegten Gebäudekomplex. Die kleinen Räume, die den Innenhof im Süden und Osten begrenzen, legen die Interpretation als Forum nahe. Im Westen wurde der Innenhof durch ein Gebäude mit einer Apsis geschlossen. Ob sich in diesem Bereich, wie derzeit vermutet, tatsächlich eine Basilica befand, werden die zukünftigen Auswertungen zeigen müssen.

Solche platzartigen Straßenerweiterungen finden sich auch in Walheim. Der im Westen liegende Platz war umgeben von einem gallorömischen Umgangstempel und weiteren kleinen, im Grundriss quadratischen Häusern. Allerdings handelt es sich hier nicht wie etwa in den Kleinstädten im südlichen Obergermanien um einen bewusst architektonisch gestalteten Platz als Ortsmittelpunkt. Stattdessen scheint das Ortszentrum in Walheim nach Abzug des Militärs Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. der im östlich des Platzes und seiner Straßenverlängerung gelegenen Gebäudeblock gewesen zu sein. Dies deutet sich durch ein außergewöhnlich großes Gebäude an, das bis zur Parallelstraße reichte und bereits Mitte des 2. Jahrhunderts, unmittelbar nachdem das Militär aus Walheim abgezogen war, als massives Steinhaus errichtet wurde. Allerdings war es nicht auf den Platz hin orientiert, sondern, wie die Portikus mit anschließender Halle zeigt, auf die Parallelstraße, die alte Limesstraße. Zu dieser Straße öffnete sich auch ein weiteres, als Versammlungshalle gedeutetes Steingebäude. Es besteht aus einer offenen Halle mit einer apsidialen Rückfront. Es wurde allerdings nicht in der Mitte des 2. jahrhunderts unmittelbar nach Abzug des Militärs, sondern erst gegen Ende des 2. Jahrhunderts über drei älteren Fachwerkhäuser errichtet. Der offenbar erst in nachkastellzeitlicher Zeit eingebaute Steinkeller des mittleren Hauses füllte man bei Anlage der Versammlungshalle zu. Auch die Existenz dieser Halle könnte dafür sprechen, dass der gesamte Häuserblock ab der Mitte des 2. Jahrhunderts zum Zentrum der zivilen Siedlung von Walheim ausgebaut wurde, wobei allerdings die kastellzeitliche Ausrichtung der Häuser bestehen blieb, wie die den Häusern vorgelagerte durchlaufende Porticus zeigt.

Plan Walheim
Grundriss Häuserblock 2 Phasen
Grundriss Haus 19
Haus 19 Vorderansicht
Haus 19 Rückfront
Keller unter Versammlungshalle

Ein weiterer, offenbar größerer Platz befand sich östlich der bisher ausgegrabenen Bebauung entlang der Limesstraße n der Nähe des Neckars. Er wird bisher als als Markt- oder Stapelplatz angesprochen. Auffällig ist allerdings, dass die hier angelegten Häuser keine Streifenhäuser waren, sondern eher an mediterran anmutende Privathäuser erinnern.


Öffentliche Bäder

Anders als in den nach mediterranen Vorbildern errichteten Kleinstädten im südlichen Obergermanien, wo die öffentlichen Bäder meist im Ortszentrum lagen, scheinen sie in den nördlichen Regionen häufiger an der Peripherie gelegen zu haben. So fehlt z.B. in Eisenberg bisher in unmittelbarer Nähe des als Forum angesprochenen Platzes ein öffentliches Bad.
Dasselbe gilt für Walheim, wo auffallenderweise das ehemalige Kastellbad nach Abzug des Militärs von der Zivilbevölkerung nicht weiterbenutzt wurde. Stattdessen baute man hier ein Haus, dessen Keller nicht nur den Hauptabwasserkanal durchtrennte, sondern nur dann zugängliche gewesen war, wenn wesentliche Teile des Badegebäudes nicht mehr gestanden haben bzw. außer Betrieb gesetzt worden waren.


In anderen Kleinstädten, die sich aus ehemaligen Kastellvici entwickelten, wurde jedoch das ehemalige Militärbad von der Zivilbevölkerung weiterbenutzt, wie die Funde im Bad von Hüfingen erkennen lassen. Hier war das Militär bereits in flavischer Zeit abgezogen worden, die Funde im Bad reichen aber bis in das 2./3. Jahrhundert n. Chr.

Plan Hüffingen
Grundriss Bad

Dass natürlich auch Kleinstädte mit rein zivilem Ursprung öffentliche Bäder besaßen, zeigen die Thermenanlangen in Ettlingen und Seltz. Allerdings sind wir in beiden Fällen über die umgebende Bebauung zu schlecht unterrichtet, um etwas zur Lage dieser Thermen innerhalb der Siedlung sagen zu können.

Eine Besonderheit nicht nur in den nördlichen Grenzprovinzen des römischen Reiches, sondern überhaupt im römischen Reich stellt die Badeanlage in Badenweiler dar. Bereits die erste Therme aus der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts war als symmetrische Doppelanlage gebaut, in der Männer und Frauen getrennt voneinander zur selben Zeit das Bad benutzen konnten. Jeder Komplex bestand aus dem von der Seite aus zugänglichem Umkleideraum, von dem man zu dem jeweiligen Baderaum gelangte. Er bestand aus einem großen Badebecken und daran anschließenden Wannenbädern. Nach der teilweisen Zerstörung dieses Gebäudekomplexes wurden die Thermen in vergrößerter Form wieder aufgebaut: Die beiden Umkleideräume wurden zu weiteren Baderäume umgestaltet. Nach Osten bzw. Westen wurde eine teilweise beheizbare Raumflucht angebaut, der jeweils ein Hof mit Säulenumgang vorgelagert wurde. Zumindest die Becken der späteren Anlage waren mit geschliffenen Kalksteinplatten ausgekleidet, die Wände mit farbigem Putz versehen. Sowohl das Hangwasser als auch das Abwasser aus dem Bad wurde durch einen 140 m langen, 1 m breiten und bis zu 3,70 m hohen gemauerten Abwasserkanal abgeleitet,

Plan der frühen Thermen
Plan der späteren Therme
Badebeckens mit Platten
Blick in den Abwasserkanal


Tempel

Eine zentrale Stelle nimmt in Badenweiler auch der Haupttempel ein, bei dem es sich um einen mediterranen Podiumstempel handelt. Charakteristisch für diese Tempelform ist das erhöhte Podium, auf dem der eigentliche Tempel steht und die nach Osten ausgerichtete Hauptfront mit der von Säulen getragenen Vorhalle. Abweichend von den mediterranen Vorbildern erhielt der Haupttempel in Badenweiler einen dreiseitigen gedeckten Umgang, ein Element das von den für das gallisch-germanische Gebiet typischen Umgangstempeln übernommen ist.

Möglicherweise gab es in Badenweiler am Ostrand der Siedlung einen weiteren Tempel, der zum Typ der gallo-römischen Umgangstempel gehörte, bei dem die Cella wie üblich von dem Umgang komplett umschlossen ist. Gut erhaltene Grundrisse solcher Tempel finden sich in z.B. Wiesloch oder Lahr-Dinglingen.

Wiesloch
Lahr-Dinglingen

Im Gegensatz zu den mediterranen Podiumstempeln finden sich gallo-römische Umgangstempel in zahlreichen Kleinstädten im nördlichen Obergermanien. In der Mehrzahl wurden sie am Rand der Besiedlung errichtet wie z.B. in Mayen oder Wiesloch. In Biesheim konnte sogar ein Tempelbezirk mit wenigstens vier Umgangstempeln ausgegraben werden, von denen der Tempel A im Laufe der Zeit mehrfach neu gebaut wurde. Auch dieser Tempelbezirk, der möglicherweise bereits vor Errichtung des Lagers in augusteischer Zeit schon bestand oder aber zur selben Zeit eingerichtet wurde, lag offenbar an der Peripherie der Siedlung. Anders war dagegen die Situation in Walheim, hier findet er der Tempel in unmittelbarer Nähe des zentralen Insula.

Die Tempel für den ursprünglich in Indien und Persien beheimateten Gott Mithras zeichnen sich durch einen charakteristischen, unverwechselbaren Grundriss aus: Der langrechteckige Raum, der über eine Schmalseite zugänglich war, besaß auf der gegenüberliegenden Seite eine rechteckige Apsis, in dem das Kultbild stand. Entlang der beiden Längswände befanden sich erhöhte Podien.

Die frühesten Nachweise des Mithraskult in Obergermanien gehören in das ausgehende 1. Jahrhundert n. Chr. Das Vordringen der Mithrasreligion nach Westen wird vor allem den Soldaten zugeschrieben, die bei ihren Stationierungen in den Ostprovinzen des römischen Reiches damit in Berührung kamen und nach ihrer Verlegung in die Westprovinzen den Kult mitbrachten. Auffallenderweise finden sich aber im nördlichen Obergermanien Mithräen nicht nur in den Kastellvici, sondern auch in den Kleinstädten, die rein zivilen Ursprungs waren wie z.B. Wiesloch, Güglingen und Mundelsheim. Auch das Mithräum in Biesheim gehört wohl in die rein zivile Phase dieser Siedlung nach Abzug des Militärs um 70 n. Chr. Allerdings dauert die Auswertung der Funde aus dem Mithräum in Biesheim noch an.


Theater und Amphitheater

Weder Theater noch Amphitheater sind bisher in den zivilen Kleinstädten im nördlichen Obergermanien nachgewiesen.


Wasserversorgung

Frischwasser wurde aus Brunnen bezogen. Dabei konnten nur in Walheim öffentliche Brunnen auf den beiden Plätzen nachgewiesen werden. In der Mehrzahl der Fälle besaßen die einzelnen Häuser eigene Brunnen. Während sie in Walheim meist im rückwärtigen Hof lagen, legte man sie in Heldenbergen innerhalb der Häuser an. Erst in einer späteren Phase wurde in dem Haus E der Brunnen nach außen auf den Hof verlegt. Allerdings wurde auch er durch einen Verschlag geschützt. Hinweise auf durchgehende Abwasserkanäle entlang der Straßen fehlen bisher völlig.

 

Die Funktion der Privathäuser

Typisch für die Wohnhäuser in den Kleinstädten im rechtsrheinischen Obergermanien sind die Streifenhäuser aus Holz, bei denen die Werkstätten den straßenseitigen Raum einnahmen, während sich die Wohn- bzw. Schlafräume nach hinten anschlossen. Der rückwärtige Teil des Grundstücks wurde als Hof genutzt. Hier lagen Töpferöfen und Schmiedeöfen, wobei zumindest in Heldenbergen ein technischer Ofen auch einmal innerhalb des Hauses nachgewiesen ist. Grundsätzlich arbeiteten in den Kleinstädten die verschiedensten Handwerker nebeneinander, wie die Kartierung der Fehlbrände und Töpferöfen einerseits sowie von Schlacken und Schmelztiegeln anderseits in Heldenbergen und Walheim ergibt.


In unmittelbarer Nähe zu den Ortszentren scheinen auch in den Kleinstädten im nördlichen Obergermanien komplexere Häuser mit anderen Funktionen errichtet worden zu sein. Dies gilt sowohl für die um die Mitte des 2. Jahrhunderts gebauten Häuser 19 und A sowie das an das Ende des 2. Jahrhunderts gehörende Haus 17 in Walheim als auch die Häuser 6 – 8 in Eisenberg.

Veränderung der Hausbauweise

In keiner Kleinstadt im nördlichen Obergermanien lassen sich Steinhäuser bereits in der Gründungsphase nachweisen. Stets bestanden die frühesten Häuser aus Holz. Dabei lassen sich unterschiedliche Konstruktionsweisen nachweisen. Während in Heldenbergen die tragenden Wände aus eingetieften Pfosten bestanden, zwischen denen Binder lagen, scheint man in Walheim und Güglingen die Pfosten in durchgehende Schwellbaken eingezapft zu haben. Geschlossen wurden die Gefache durch lehmverputztes Flechtwerk oder mit lehmverkleideten senkrecht oder waagerecht gesetzten Holzbohlen.


Typisch für das nördliche Obergermanien sind die Keller, mit denen fast jedes Haus ausgestattet war. Während die in Heldenbergen nachgewiesenen Erdkeller kleine, nur über eine Leiter zugängliche Gruben waren, gab es in Walheim und Güglingen zunächst große durch Rampen zugängliche holzverschalte Keller innerhalb der Häuser, die je doch bald durch sorgfältig gemauerte Steinkeller, die über Rampen zugänglich waren, ersetzt wurden. Häufig erschließen sich Holzhäuser eines Vicus nur noch die eingetieften und deshalb gut erhaltenen Steinkeller. Teilweise waren die Steinkeller im Innern verputzt und mit Fugenstrich verziert.


Reine Steingebäude finden sich in den Kleinstädten im nördlichen Obergermanien nur sehr selten. Ein sicheres Beispiel ist das bereits schon vorher mehrfach erwähnte Gebäude 19 aus Walheim. Hier spricht die Fundamentstärke dafür, dass es komplett aus Stein errichtet war. Dasselbe gilt für die Häuser 17 und 14 in Walheim, die bezeichnenderweise ebenfalls keine klassischen Streifenhäuser darstellen. So besitzt Haus 17 zwei Raumfluchten, die rechts und links von einem Mittelgang angelegt sind, während Haus 14 mit einem separat angelegten Keller aus einem einzigen großen, offenbar sehr hohen Raum bestand. Während Haus 19 und Haus 14 unmittelbar nach Abzug des Militärs um die Mitte des 2. Jahrhunderts erbaut wurden, entstand das Gebäude 17 erst um 200 n. Chr..

Bei den anderen sogenannten Steingebäuden im nördlichen Obergermanien lässt sich nicht sicher entscheiden, ob sie wirklich vollständig aus Stein errichtet worden waren oder nur ein gemauertes Sockelfundament für eine Fachwerkkonstruktion darstellen. Sofern sie ältere Holzhäuser ersetzten, behielten sie meist die Außenabmessungen der Vorgängerbauten bei. Während im linksrheinischen Eisenberg offenbar alle um die Mitte des 1. Jahrhunderts in Holz errichteten Häuser in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts durch solche Stein-Fachwerk-Bauten ersetzt wurden, war es für die Kleinstädte im rechtsrheinischen Gebiet eine Mischung von „Stein“- und Holzhäusern charakteristisch.

DieAusstattung mit Hypokaustheizung war nicht an Steinhäuser gebunden, wie die Häuser 9 und 12 in Walheim bzw. das Haus 9/10 in Güglingen belegen. Allerdings hing es vom Reichtum der Besitzer ab, ob solch ein Luxus eingebaut wurde. Während in Eisenberg im Laufe der Zeit alle Häuser heizbare Räume hatten, findet sich in den Handwerkerhäusern A - F in Heldenbergen keine Spur davon. Der Reichtum der Bewohner von Eisenberg spiegelt sich auch in der Ausstattung einiger Häuser wider, in denen farbiger Wandputz oder sogar Bodenplatten aus grünem Porphyr gefunden wurden.



Unterschiede zwischen den Kleinstädten im südlichen und nördlichen Obergermanien

Die Anlage ziviler Kleinstädte ohne höheren Rechtsstatus oder besondere politische Funktion setzte im nördlichen Obergermanien deutlich später als im südlichen Obergermanien ein. Während im Süden die Neugründungen bis auf wenige Ausnahmen in Zeit bis zur Mitte des 1. Jahrhunderts n.Chr. fallen, setzen sie im nördlich anschließenden linksrheinischen Gebiet erst in claudisch-neronischer und flavischer Zeit ein. Im rechtsrheinischen Gebiet erfolgte dagegen die Aufsiedlung mit Kleinstädten vergleichsweise rasch. Bereits in flavischer Zeit lassen sich in solche Siedlungen in der Rheinebene nachweisen, gefolgt von einer Gründungswelle in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts, die sich auf die weiter östlich gelegenen Gebiete erstreckt.

Überall im nördlichen Obergermanien besaßen sie gemessen an den Kleinstädten im südlichen Obergermanien sehr viel bescheidenere mediterrane Stadtstrukturen: Sofern sich in diesen Siedlungen überhaupt ein Straßenraster abzeichnet, waren die einzelnen Straßenkarrees mit Streifenhäusern bebaut, die sich zu den Hauptdurchgangsstraßen orientierten. Eine verdichtete Insulabebauung nach mediterranem Vorbild, wie sie etwa in Oberwinterthur im Laufe der Zeit entstand, fehlt. Meist handelte es sich jedoch um Straßensiedlungen mit einzeiliger Bebauung entlang der Hauptstraße.

Architektonisch gegliederte Plätze im Siedlungszentrum mit Marktforum, Basilika, Tempel und öffentlichem Bad, wie man es etwa von Lausanne kennt, lassen sich im nördlichen Obergermanien nur in den Städten nachweisen, die als Civitas-Vororte eine besondere Funktion erfüllten. In den kleinen Städten konnten bisher nur einzelne Elemente sicher nachgewiesen werden wie z.B. in Walheim ein Versammlungsgebäude und in Eisenberg ein Marktforum. Mag das Fehlen von öffentlichen Bädern in den Kleinstädten im nördlichen Obergermanien mit dem jeweiligen Grabungsausschnitt zusammenhängen, durch den solche Einrichtungen nicht erfasst wurden, so scheinen Amphitheater und Theater im nördlichen Obergermanien nur in Civitas-Hauptorten vorzukommen. Fälle wie Lausanne, das als einfacher Vicus ohne besondere politische Funktion sowohl über ein Theater als auch über ein Amphitheater verfügte, konnten bisher im nördlichen Obergermanien nicht nachgewiesen werden. Dies mag allerdings eher mit dem mangelnden Reichtum dieser Siedlungen zusammenhängen als mit dem Grad der Romanisierung.

Dasselbe gilt offenbar auch für die Privathäuser, die bis auf wenige Ausnahmen auch in rein zivilen Siedlungen vor allem im rechtsrheinischen Gebiet zum Typ der Streifenhäuser gehören und offenbar stark durch die Architektur in den Auxiliarvici beeinflußt waren. Reine Steingebäude finden sich in den Kleinstädten im nördlichen Obergermanien selten, meist handelt es sich um Fachwerkbauten auf Steinsockeln, die manchmal ältere Holzhäuser ersetzten. In der Mehrzahl orientierten sich dabei die Neubauten an den Abmessungen der Vorgängerbauten. Nur in Eisenberg scheinen alle Häuser in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts durch solche Stein-Fachwerk-Häuser ersetzt worden zu sein. In den übrigen Kleinstädten im nördlichen Obergermanien mischten sich hingegen beide Hauskonstruktionen. Offenbar hing die Errichtung eines sog. Steinhauses vom Reichtum der Besitzer ab und weniger vom Romanisierungsgrad, da sich Hypokaustheizungen auch in reinen Holzhäusern finden, allerdings als spätere Einbauten und nicht von Anfang an geplant.

Anders als im südlichen Obergermanien gehörten im nördlichen Obergermanien allerdings Keller und vor allem eigene Brunnen zur Grundausstattung der Privathäuser. Dafür fehlen in den allermeisten Fällen Hinweise auf Treppen in ein mögliches oberes Stockwerk.

Die Mehrzahl der ausgegrabenen Häuser beherbergte wie im Schweizer Gebiet im vorderen zur Straße gelegenen Bereich eine Werkstatt oder einen Laden an den sich im hinteren Teil die Wohnräume anschlossen. Sehr viel seltener sind reine Wohnhäuser zu beobachten, deren Grundriss dann auch von dem der Streifenhäuser deutlich abweicht. Bisher sind solche Häuser nur in Eisenberg und Walheim nachweisbar. Sonst finden sich nur die üblichen Streifenhäuser, die allerdings innerhalb einer Siedlung unterschiedliche Ausmaße gehabt haben können.

MUFAS

 

Weiter unten finden Sie bei Bedarf (bitte unten klicken) ausgewählte Literatur zu den Kleinstädten im südlichen Obergermanien:

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Liste zu Karte A: Gründung in vorrömischer Zeit

Lausanne:
- Lousonna 1. Bibl. Hist. Vaudoise 42 (Lausanne 1969).
- S. Kaenel u. a., Nouvelles recherches sur la vicus gallo-romain de Lousonna. Cah. Arch. Romande 18. Lousonna 2 (Lausanne 1980).
- G. Kaenel/S. Fehlmann, Un quartier de Lousonna. La fouilles de “Chavannes 7” 1974/75 et 1977. Cah. Arch. Romande 19. Lousonna 3 (Lausanne 1980).
- M. Mangin/B. Jacquet/J.-P. Jacob (Hrsg.), Les agglomérations secondaires en Franche-Comté romaine. Ann. Litt. Univ. Besançon 337 (Paris 1986) 127 f. Nr. 100.
- D. Paunier u. a., Le vicus gallo romain de Lousonna-Vidy. Cah. Arch. Romande 40. Lousonna 6 (Lausanne 1987).
- D. Paunier u. a., Le vicus gallo romain de Lousonna-Vidy. Le quartier occidental. Le sanctuaire indigène. Rapport préliminaire sur la campagne de fouilles 1985. Cah. Arch. Romande 42. Lousonna 7 (Lausanne 1989).
- S. Berti/C. May-Castella, Architecture de terre et de bois à Lousonna-Vidy VD. Arch. Schweiz 14, 1992, 4, 172 ff.
- Lousonna-la ville gallo-romaine et le musée. Guides archéologique de la Suisse 27 (Lausanne 1993).
- D. Weidmann, Lausanne VD, av. des Figuires 39. Jahrb. SGUF 83, 2000, 243 ff.
- L. Flutsch/U. Niffeler/F. Rossi (Hrsg.), Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 5: Römische Zeit. Bäder-Reben-Legionen (Basel 2002) 382 Nr. 52.
- D. Weidmann, Lausanne VD, av. des Figuires 41 et 43. Jahrb. SGUF 85, 2002, 317 f.


Lons-le-Saunier:
- M. Mangin/B. Jacquet/J.-P. Jacob (Hrsg.), Les agglomérations secondaires en Franche-Comté romaine. Ann. Litt. Univ. Besançon 337 (Paris 1986) 153 ff.
- Aux origines de Lons: Lons et sa région de la préhistoire aux merovingiens (Lons-le-Saunier 1989) 79 ff.
- Lons-le-Saunier. 2000 ans déjà. La comédie fouilles 1989 (Lons-le-Saunier 1989).
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 103 ff. Nr. 81.
- M.-P. Rothé, Le Jura. Carte arch. Gaule 39 (Paris 2002) 453 ff.

Mâlain:
- L. Roussel, Fanum des “Froidefonds” sur le site de Mediolanum (Mâlain). Rev. Arch. Est et Centre-est 20, 1969, 180 ff.
- L. Roussel, Mâlain-Mediolanum: apects d’une rue antique. Mem. Com. Ant. Côte d’Or 29, 1974-75, 135 ff.
- L. Roussel, Mâlain-Mediolanum, Fouilles de La Boussière, 1968-1972. Rev. Arch. Est et Centre-est 26, 1975, 7 ff.
- Mâlain -Mediolanum. Austellungskat. Musée archéologique de Dijon, mai-aout 1979 (Dijon 1979).
- L. Roussel, Fouilles de Mâlain-Mediolanum (Côte d’Or). Gallia 37, 1979, 201 ff.
- Mediolanum, une bourgade gallo-romaine. 20 ans de recherches archéologique. Musée Archéologique de Dijon (Dijon 1988) 324 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 28 Nr. 11.
- J. Bénard/M. Mangin/R. Goguey/L. Roussel (Hrsg.), Les agglomérations antiques de Côte-d’Or. Ann. Litt. Univ. Besançon 522 (Paris 1994) 63 ff.

Mandeure:
- M. Mangin/B. Jacquet/J.-P. Jacob (Hrsg.), Les agglomérations secondaires en Franche-Comté romaine. Ann. Litt. Univ. Besançon 337 (Paris 1986) 38 ff.
- M. Mangin, Zur Besiedlung der Franche-Comté während der Römerzeit. Offa 44, 1987, 165 ff.
- E. Frézouls (Hsg.), Les villes antiques de la France 2. Germanie supérieur (Strasbourg 1988) 454 ff.
- Epomanduodurum, une ville à la campagne. Ausstellungskat. Besançon (Besançon 1989).
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 91 ff. Nr. 73.
- P. Mougin, Mandeure-Mathay (Doubs): chronologie et urbanisme. In: Eclats d’histoire, 25 000 ans d’héritages, 10 ans d’archéologie en Franche-Comté (Besançon 1995) 208 ff.

Mirebeau-sur-Bèze:
- J. Bénard/M. Mangin/R. Goguey/L. Roussel (Hrsg.), Les agglomérations antiques de Côte-d’Or. Ann. Litt. Univ. Besançon 522 (Paris 1994) 143 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 28 f. Nr. 12.
- R. Goguey/M. Reddé, Le camp légionnaire de Mirebeau. RGZM Monogr. 36 (Mainz 1995).
- W. Spickermann, Germania Superior. Religionsgeschichte des römischen Germanien I. Religion der Römschen Provinzen 2 hrsg. H. Cancik/J. Rüpke (Tübingen 2001) 69 ff.

Pontailler-sur-Saône
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 34 ff.
- J. Bénard/M. Mangin/R. Goguey/L. Roussel (Hrsg.), Les agglomérations antiques de Côte-d’Or. Ann. Litt. Univ. Besançon 522 (Paris 1994) 149 ff.

Vertault
- M. Mangin/J.-M. Mangin, Vertillium 1986. Bull. Soc. Arch. et Hist. Châtillonais 9/10, 1986/87, 403 ff.
- M. Mangin, Un habitat enterré à Vertillum. Bull. Soc. Arch. et Hist. Châtillonnais 9/10, 1986/87, 411 f.
- J.-M. Mangin/M. Mangin, Vertillum 1987. Un édifice public remis au jour. Soc. Arch. et Hist. Châtillonnais 5. Sér. Nr. 1, 1988, 19 ff.
- J. Bénard/M. Mangin/R. Goguey/L. Roussel (Hrsg.), Les agglomérations antiques de Côte-d’Or. Ann. Litt. Univ. Besançon 522 (Paris 1994) 91 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 44 ff. Nr. 22.
- W. Spickermann, Germania Superior. Religionsgeschichte des römischen Germanien I. Religion der Römischen Provinzen 2 hrsg. H. Cancik/J. Rüpke (Tübingen 2001) 74.

Yverdon-les-Bains
- G. Kaenel/Ph. Curdy, Yverdon-les-Bains VD de La Tène à l’epoque augusténne. Arch. Schweiz 8, 1985, 4, 245 ff.
- W. Drack/R. Fellmann, Die Römer in der Schweiz (Stuttgart, Jona 1988) 562 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 132 f. Nr. 114.
- Ph. Curdy/L. Flutsch/B. Moulin/ A. Schneiter, Eburodunum vu de profil: coupe stratigraphique à Yverdon-les-Bains VD, Parc Piquet, 1992. Jahrb. SGUF 78, 1995, 7 ff.
- L. Flutsch/U. Niffeler/F. Rossi (Hrsg.), Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 5: Römische Zeit. Bäder-Reben-Legionen (Basel 2002) 404 f. Nr. 117.
- F. Menna/A. Schopfer, Un sanctuaire gallo-romaine du début du Haut-Empire à l’entrée ouest du vicus d’Eburodunum/Yverdon VD. Jahrb. SGUF 87, 2004, 303 ff.

Liste zu Karte B: Gründung in augusteischer Zeit

Baden:
- C. Schucany, Aquae Helveticae: Zum Romanisierungsprozess am Beispiel des römischen Baden. Antiqua 27 (Basel 1996).
- H. Koller/C. Doswald, Aquae Helveticae-Baden. Veröff. Ges. Pro Vindonissa 13 (Baden 1996).
- L. Flutsch/U. Niffeler/F. Rossi (Hrsg.), Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 5: Römische Zeit. Bäder-Reben-Legionen (Basel 2002) 268 f. Nr. 9.

Bern:
- O. Tschumi, Die Ausgrabungen auf der Engehalbinsel bei Bern 1921. Jahrb. Bern. Hist. Mus. 1, 1921,34 ff.
- O. Tschumi, Die Ausgrabungen auf der Engehalbinsel 1923. Jahrb. Bern. Hist. Mus. 2, 1922, 71 ff.
- O. Tschumi, Die Ausgrabungen auf der Engehalbinsel 1924. Jahrb. Bern. Hist. Mus. 4, 1924, 85 ff.
- O. Tschumi, Die römischen Ausgrabungen auf der Engehalbinsel bei Bern 1925. Jahrb. Bern. Hist. Mus. 5, 1925, 76 ff.
- O. Tschumi, Die Ausgrabungen auf der Engehalbinsel bei Bern im September 1926. Jahrb. Bern. Hist. Mus. 5, 1926, 65 ff.
- O. Tschumi, Die keltisch-römische Ausgrabungen auf der Engehalbinsel bei Bern, vom 27. August bis 22. September 1928. Jahrb. Bern. Hist. Mus. 13, 1928, 87 ff.
- O. Tschumi, Die keltisch-römischen Ausgrabungen auf der Engehalbinsel bei Bern im Oktober 1933. Jahrb. Bern Hist. Mus. 18, 1933, 89 ff.
- O. Tschumi, Die keltisch-römischen Ausgrabungen auf der Engehalbinsel bei Bern 1937. Jahrb. Bern. Hist. Mus. 17, 1937, 87 ff.
- H. Müller-Beck, Grabungen auf der Engehalbinsel bei Bern 1956. Jahrb. 35/36, 1955/1956, 277 ff.
- H. Müller-Beck/E. Ettlinger, Die Besiedlung der Engehalbinsel in Bern auf Grund des Kenntnisstandes vom Februar des Jahres 1962. Ber. RGK 43/44, 1962/63, 107 ff.
- H. Müller-Beck, Die Engehalbinsel bei Bern, ihre Topographie und ihre wichtigsten vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler. Jahrb. Bern. Hist. Mus. 39/40, 1959/60, 367 ff.
- H. Müller-Beck, Grabungen auf der Engehalbinsel bei Bern 1957 und 1959. Jahrb. Bern. Hist. Mus. 39/40, 1959/60, 383 ff.
- H. Müller-Beck, Grabungen auf der Engehalbinsel bei Bern 1961 und 1962. Jahrb. Bern. Hist. Mus. 41/42, 1961/62, 488 ff.
- H. Müller-Beck, Die Erforschung der Engehalbinsel in Bern bis zum Jahr 1965. Jahrb. Bern. Hist. Mus. 43/44, 1963/64, 375 ff.
- R. Fellmann, Der Korridorbau im Thormannbodenwald auf der Engehalbinsel bei Bern. In: Jagen und Sammeln. Festschr. H. G. Bandi zum 65. Geburtstag. Jahrb. Bern Hist. Mus. 63/64, 1983/84, 89 ff.
- W. Drack/R. Fellmann, Die Römer in der Schweiz (Stuttgart, Jona 1988) 363 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 125 Nr. 96.
- L. Flutsch/U. Niffeler/F. Rossi (Hrsg.), Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 5: Römische Zeit. Bäder-Reben-Legionen (Basel 2002) 369 f. Nr.11.
- Ch. Ebnöther/St. Wyss, Brenodor-Brenodurum im Brennpunkt: Fakten, Fragen und Perspektiven. Zu den Ergebnissen der Sondierungen von 2000 im Vicus Reichenbachwald. Jahrb. SGUF 87, 2004, 282 ff

Dammartin:
- M. Mangin/B. Jacquet/J.-P. Jacob (Hrsg.), Les agglomérations secondaires en Franche-Comté romaine. Ann. Litt. Univ. Besançon 337 (Paris 1986) 108 ff.
- M.-P. Rothé, Le Jura. Carte arch. Gaule 39 (Paris 2002) 340 ff. Nr. 188.


Equevillon « Mont Rivel »
- F. Leng, Le Mont Rivel à l’epoque gallo-romaine. In: Fouilles récentes en Franche-Comté. Ausstellungskat. Musée des beaux-arts-et-d’archéologie (Lons-le-Saunier 1984)47 ff.
- M. Mangin/B. Jacquet/J.-P. Jacob (Hrsg.), Les agglomérations secondaires en Franche-Comté romaine. Ann. Litt. Univ. Besançon 337 (Paris 1986) 164 ff.
- F. Leng, Mont Rivel. Site gallo-romain en Franche-Comté (Bourg-en-Bresse 1990).
- F. Leng, L’agglomération secondaire du Mont-Rivel à Équevillon (Jura). Rev. Arch. Est et Centre-est 41, 1, 1990, 69 ff.329 ff.
- F. Leng/E. Llopis, Le sanctuaire du Mont Rivel. In : Dans le Jura gallo-romain. Austellungskat. Musée d’Archéologie de Lons-le-Saunier (Lons-le-Saunier 1992) 71 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 100 ff. Nr. 79.
- F. Leng, Les temples du sanctuaire du Mont Rivel à Équevillon (Jura).In : Élats d’histoire, 25000 ans d’heritage, 10 ans d’archéologie en Franche-Comté (Besançon 1995)
- W. Spickermann, Germania Superior. Religionsgeschichte des römischen Germanien I. Religion der Römschen Provinzen 2 hrsg. H. Cancik/J. Rüpke (Tübingen 2001) 77 ff.
- M.-P. Rothé, Le Jura. Carte arch. Gaule 39 (Paris 2002) 369 ff. Nr. 210.

Mantoche:
- M. Mangin/B. Jacquet/J.-P. Jacob (Hrsg.), Les agglomérations secondaires en Franche-Comté romaine. Ann. Litt. Univ. Besançon 337 (Paris 1986) 99 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 118 Nr. 90.

Oberwinterthur :
- J. Rychener; Der Kirchhügel von Oberwinterthur. Die Rettungsgrabungen von 1976, 1980 und 1981. Beiträge zum römischen Vitudurum-Oberwinterthur 1 (Zürich 1984).
- W. von Guyan/J. E. Schneider/A. Züricher, Turicum-Vitudurum-Iuliomagus. Drei Vici in der Ostschweiz. Festschr. O. Coninx (Zürich 1985) 169 ff.
- J. Rychener/P. Albertin, Ein Haus im Vicus Vitudurum-die Ausgrabungen an der Römertsrasse 186. In: Beiträge zum römischen Vitudurum –Oberwinterthur 2 (Zürich 1986) 8 ff.
- J. Rychener, Die Rettungsgrabungen 1983-1986. Beiträge zum römischen Oberwinterthur-Vitudurum 3. Ber. Züricher Denkmalpfl. Monogr. 6 (Zürich 1988).
- W. Drack/Fellmann, Die Römer in der Schweiz (Stuttgart, Jona 1988) 556 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 132 Nr. 114.
- Th. Pauli-Gabi, Aspekte der gründungszeitlichen Bebauung in Vitudurum/Oberwinterthur (Kanton Zürich/Schweiz). In: N. Hanel/C. Schucany (Hrsg.), Colonia-municipium-vicus. Struktur und Entwickung städtischer Siedlungen in Noricum, Rätien und Obergermanien. BAR Internat. Ser. 783 (Oxford 1999).
- Beiträge zum römischen Oberwinterthur-Vitudurum 9. Ausgrabungen auf dem Kirchhügel und im Nordosten des Vicus 1988-1998. Monogr. Kantonsarch. Zürich 35 (Zürich, Egg 2001).
- Beiträge zum römischen Oberwinterthur-Vitudurum 6. Ausgrabungen im Unteren Bühl. Die Baubefunde im Westquartier. Ein Beitrag zum kleinstädtischen Bauen und Leben im römischen Nordwesten. Monogr. Kantonsarch. Zürich 34 (Zürich, Egg 2002).
- L. Flutsch/U. Niffeler/F. Rossi (Hrsg.), Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 5: Römische Zeit. Bäder-Reben-Legionen (Basel 2002) 403 f. Nr. 114.

Pontarlier
- M. Mangin/B. Jacquet/J.-P. Jacob (Hrsg.), Les agglomérations secondaires en Franche-Comté romaine. Ann. Litt. Univ. Besançon 337 (Paris 1986)182 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 95 f. Nr. 75.

Saint-Usage
- R. Goguey, Mém. Com. Ant. Côte d’Or 30, 1976/77, 135 ff.
- J. Bénard/M. Mangin/R. Goguey/L. Roussel (Hrsg.), Les agglomérations antiques de Côte-d’Or. Ann. Litt. Univ. Besançon 522 (Paris 1994) 153 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 37 Nr. 16.


Vevey
- C.-A. Paratte, Vevey VD, Collège Sainte-Claire. Jahrb. SGUF 80, 1997, 257 ff.
- Ders., Vevey VD, Collège Sainte-Claire. Jahrb. SGUF 81, 1998, 307 ff.
- Ders., Vevey VD, Collège Sainte-Claire. Jahrb. SGUF 82, 1999, 298.
- Ders., Vevey VD, Sainte-Claire. Jahrb. SGUF 84, 2001, 250 ff.
- L. Flutsch/U. Niffeler/F. Rossi (Hrsg.), Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 5: Römische Zeit. Bäder-Reben-Legionen (Basel 2002) 400 Nr. 108.

Vincelles
- M. Mangin/B. Jacquet/J.-P. Jacob (Hrsg.), Les agglomérations secondaires en Franche-Comté romaine. Ann. Litt. Univ. Besançon 337 (Paris 1986) 161 ff.
- M.-P. Rothé, Le Jura. Carte arch. Gaule 39 (Paris 2002) 762 Nr. 576.

Liste zu Karte C: Gründung in tiberischer Zeit

Lenzburg:
- M. Hartmann, Der römische vicus von Lenzburg. Arch. Führer Schweiz 15 (Basel 1980).
- U. Niffeler, Römisches Lenzburg: Vicus und Theater. Veröff. Ges. Pro Vindonissa 8 (Brugg 1988).
- W. Drack/R. Fellmann, Die Römer in der Schweiz (Stuttgart, Jona 1988) 427 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 128 Nr. 101.
- L. Flutsch/U. Niffeler/F. Rossi (Hrsg.), Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 5: Römische Zeit. Bäder-Reben-Legionen (Basel 2002) 383 Nr. 53.

Luxeuil-les-Bains:
- M. Mangin/B. Jacquet/J.-P. Jacob (Hrsg.), Les agglomérations secondaires en Franche-Comté romaine. Ann. Litt. Univ. Besançon 337 (Paris 1986) 72 ff.
- M. Mangin, Zur Besiedlung der Franche-Comté während der Römerzeit. Offa 44, 1987, 163 f.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 114 ff. Nr. 89.
- C. Card, Luxeuil-les-Bains (Haute-Saône): une agglomération antique. In: Éclats d’histoire. 25 000 ans d’héritages, 10 ans d’archéologie en Franche-Comté. Ausstellungskat. Besançon (Besançon 1995) 203 ff.
- C. Card, Luxovium, une ville organisée en quartiers. Ebd. 207.

Olten:
- W. Drack/R. Fellmann, Die Römer in der Schweiz (Stuttgart, Jona 1988) 461 f.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 129 Nr. 104.
- Arch. u. Denkmalpfl. Kanton Solothurn 1, 1996, 68 ff.
- L. Flutsch/U. Niffeler/F. Rossi (Hrsg.), Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 5: Römische Zeit. Bäder-Reben-Legionen (Basel 2002) 390 Nr. 78.

Solothurn:
- H. Spycher, Das Ausgrabungsprojekt Vigier-Häuser in Solothurn. Arch. Schweiz 5, 1982, 2, ff.
- E. Backmann, Römische Siedlungsreste am Oberen Winkel in Solothurn. Bericht über die Ausgrabungen 1985/86. Arch. Kantons Solothurn 5, 1987, 37 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 130 Nr. 108.
- H. Spycher/C. Schucany (Hrsg.), Die Ausgrabungen im Kino Elite im Rahmen der bisherigen Untersuchungen der Solothurner Altstadt. Die steinzeitlichen und römischen Befunde und Funde. Antiqua 29 (Basel 1997) 91 ff. (Fundstellverzeichnis mit ausführlichen Literaturangaben 251 ff.)
- L. Flutsch/U. Niffeler/F. Rossi (Hrsg.), Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 5: Römische Zeit. Bäder-Reben-Legionen (Basel 2002) 396 Nr. 96.

Studen:
- R. Zwahlen, Vicus Petinesca-Vorderberg. Die Holzbauphasen (1. Teil). Petinesca 1 (Bern 1995).
- L. Flutsch/U. Niffeler/F. Rossi (Hrsg.), Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 5: Römische Zeit. Bäder-Reben-Legionen (Basel 2002) 397 Nr. 99.

Liste zu Karte D: Gründung in claudisch-neronischer Zeit

Beneuvre
- R. Goguey, Archéologie aérienne en Côte d’Or. Mém. Ant. Côte d’Or 35, 1992.
- J. Bénard/M. Mangin/R. Goguey/L. Roussel (Hrsg.), Les agglomérations antiques de Côte-d’Or. Ann. Litt. Univ. Besançon 522 (Paris 1994) 125 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 19 f. Nr. 5.

Dijon
- E. Frézouls (Hrsg.), Les villes antiques de la France. Germanie supérieure1. Besançon, Langres, Dijon, Mandeure (Strasbourg 1988) 179 ff.
- J. Bénard/M. Mangin/R. Goguey, L. Roussel (Hrsg.), Les agglomérations antiques de Côte-d’Or. Ann. Litt. Univ. Besançon 522 (Paris 1994) 106 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 23 ff. Nr. 9.

Kempraten
- Jahrb. SGU 34, 1943, 66 f.
- Jahresber. Hist. Mus. St. Gallen 36/40, 1940/1944, 7.
- Ur-Schweiz 6, 1942, 76 ff.
- Jahrb. SGU 33, 1942, 82 ff.
- Ur-Schweiz 7, 1943, 85 ff.
- Ur-Schweiz 8, 1944, 79 ff.
- Jahrb. SGU 35, 1944, 62.
- I. Grüninger, Archäologischer Forschungsbericht Gemeinden Rapperswil und Jona. Neujahrsbl. Hist. Ver. St. Gallen 127, 1987, 215 ff.
- Arch. Schweiz 10, 1987, 27.
- Jahrb. SGUF 70, 1987, 221.
- W. Drack/R. Fellmann, Die Römer in der Schweiz (Stuttgart, Jona 1988) 473 ff.
- Jahrb. SGUF 75, 1992, 215 f.
- Arch. Schweiz 15, 1992, 164.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 126 f. Nr. 99.
- Jahrb. SGUF 81, 1998, 295.
- I. Grüninger, Jona: Neue Ausgrabungen im römischen Kempraten. Der Tempelbezirk Neujahrsbl. Hist. Ver. Kanton St. Gallen 138, 1998, 139 ff.
- Jahrb. SGUF 81, 1998, 295.
- G. Matter, Der römische Vicus von Kempraten. Jahrb. SGUF 82, 1999, 183 ff.(mit Fundstellenkatalog 194 ff.)
- L. Flutsch/U. Niffeler/F. Rossi (Hrsg.), Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 5: Römische Zeit. Bäder-Reben-Legionen (Basel 2002) 381 Nr. 48.
- G. Matter, Jona SG, Kempraten, Parzelle 4239, Grabung 2002. Ein repräsentativer Architekturkomplex im Zentrum des römischen Vicus Kempraten. Jahrb. SGUF 86, 2003, 178 ff.

Seveux-Savoyeux
- M. Mangin/B. Jacquet/J.-P. Jacob (Hrsg.), Les agglomérations secondaires en Franche-Comté romaine. Ann. Litt. Univ. Besançon 337 (Paris 1986) 88 ff.
- M. Mangin, Zur Besiedlung der Franche-Comté während der Römerzeit. Offa 44, 1987, 161 f.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 120 ff. Nr. 92.

Liste zu Karte E : Gründung in flavischer Zeit

Corre
- M. Mangin/B. Jacquet/J.-P. Jacob (Hrsg.), Les agglomérations secondaires en Franche-Comté romaine. Ann. Litt. Univ. Besançon 337 (Paris 1986) 68 ff.
- M. Mangin, Zur Besiedlung der Franche-Comté während der Römerzeit. Offa 44, 1987, 163.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 114 Nr. 88.

Saint-Germain-en-Montagne
- M. Mangin/B. Jacquet/J.-P. Jacob (Hrsg.), Les agglomérations secondaires en Franche-Comté romaine. Ann. Litt. Univ. Besançon 337 (Paris 1986) 176 f.
- F. Leng, Mont Rivel. Site gallo-romain en Franche-Comté (Bourg-en-Bresse 1990) 38 ff.
- F. Leng/A.-S. Cohen, Le vicus de Saint-Germain-en-Montagne. In: Dans le Jura gallo-romain. Austellungskat. Musée d’Archéologie de Lons-le-Saunier (Lons-le-Saunier 1992) 61 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 100 ff.
- Ph. Hout, Mont Rivel (Commune d’Equevillon, Jura): Enquête complémentaire sur un sanctuaire gallo-romain. Rev. Arch.Est et Centre-Est 45, 1994, 437 ff.
- J.-P. Mazimann/P.Mougin/F. Leng, Le stockage gallo-romain: les “silos” de Mandeure-Mathay (Doubs) et les caves de Saint-Germain-en-Montagne (Jura). In : Éclats d’histoire, 25000 ans d’héritage, 10 ans d’archéologie en Franche-Comté (Besançon 1995) 153 f.
- M.-P. Rothé, Le Jura. Carte arch. Gaule 39 (Paris 2002) 633 ff. Nr. 481.


Villards-d’Héria
- L. Lerat (Hrsg.), Les Villards-d’Héria (Jura). Recherches archéologiques dirigées par l’auteur de 1958 à 1982 sur le site gallo-romain du « Pont des Arches ». Ann. Litt. Univ. Franche-Comté 677 (Paris 1998).
- W. Spickermann, Germania Superior. Religionsgeschichte des römischen Germanien I. Religion der Römschen Provinzen 2 hrsg. H. Cancik/J. Rüpke (Tübingen 2001) 180 ff.
- M.-P. Rothé, Le Jura. Carte arch. Gaule 39 (Paris 2002) 716 ff. Nr. 561.

Weiterbestehende ehemalige Auxiliarvici

Basel
- R. Fellmann, Basel in römischer Zeit. Monogr. z. Ur- u. Frühgesch. d. Schweiz 10 (Basel 1955).
- A. Furger-Gunti, Die Ausgrabungen im Basler Münster I: Die spätkeltische und frühaugusteische Zeit. Basler Beiträge z. Ur- u. Frühgesch. 6 (Derendingen 1979).
- A. Furger-Gunti, Die Ausgrabungen im Museum für Völkerkunde (1978/24). Basler Zeitschr. f. Gesch. u. Altertumskde. 79, 1979, 362 ff.
- W. Drack/R. Fellmann, Die Römer in der Schweiz (Stuttgart, Jona 1988) 354 ff.
- Y. Hecht, Die Ausgrabungen auf dem Basler Münsterhügel an der Rittergasse 4. Materialh. z. Arch. in Basel 16 (Basel 1998).
- S. Ammann, Basel, Rittergasse 16: Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte im römischen vicus. Materialh. z. Arch. in Basel 17 (Basel 2002)


Windisch
- M. Hartmann u.a., Ausgrabung Unterwindisch 1978. Jahersber. Ges. Pro Vindonissa 1978, 5 ff.
- M. Hartmann, Vindonissa. Oppidum – Legionslager – Castrum (Brugg 1986).
- W. Drack/R. Fellmann, Die Römer in der Schweiz (Stuttgart, Jona 1988)537 ff.
- C. Ebnöther/C. Schucany, Vindonissa und sein Umland. Die Vici und die ländliche Besiedlung. Jahresber. Ges. Pro Vindonissa 1998, 67 ff.
- Ch. Meyer-Freuler, Vindonissa Feuerwehrmagazin. Veröffentl. Ges. Pro Vindonissa XV (Brugg 1998) 115 ff.
- D. Hintermann, Der Südfriedhof von Vindonissa. Veröffentl. Ges. Pro Vindonissa XVII (Brugg 2000).


Zürich
- E. Vogt, Der Lindenhof in Zürich (Zürich 1948).
- J. E. Schneider, Turicum. Zürich in römischer Zeit. In: Turicum – Vitudurum – Iuliomagus. Drei Vici in der Ostschweiz. Festschr. O. Coninx (Zürich 1985) 39 ff.
- W. Drack/R. Fellmann, Die Römer in der Schweiz (Stuttgart, Jona 1988) 571 ff.
- D. Wild/D. Krebs, Die römischen Bäder von Zürich. ber. Zürcher Denkmalpflege 24 (Zürich 1993).
- J. E. Schneider, Der römische Vicus Turicum. In: Geschichte des Kt. Zürich I. Frühzeit bis Spätmittelalter (Zürich 1995) 88 ff.


Zurzach
- M. Hartmann/H. Weber, Die Römer im Aargau (Aarau - Frankfurt/M.1985) 214 ff.
- K. Roth-Rubi/H. R. Sennhauser, Verenamünster Zurzach (Zürich 1987).
- W. Drack/R. Fellmann, Die Römer in der Schweiz (Stuttgart, Jona 1988) 575 ff.
- R. Hänggi/C. Doswald/K. Roth-Rubi, Die frühen römischen Kastelle und der Kastell-Vicus von Tenedo- Zurzach. Veröffentl. Ges. Pro Vindonissa XI (Brugg 1994).

Kleinstädte mit unbekannter Gründung

Arlay
- Gallia 24, 1966, 371.
- C. Bourgeois/M. Bourgeois-Lechantier, Le triclinium-fontaine d’Arlay. Rev. Arch. Est et Centre-Est 26, 1975, 447 ff.
- M.-P. Rothé, Le Jura. Carte arch. Gaule 39 (Paris 2002) 204 ff. Nr. 017.

Auxonne
- J. Bénard/M. Mangin/R. Goguey/L. Roussel (Hrsg.), Les agglomérations antiques de Côte-d’Or. Ann. Litt. Univ. Besançon 522 (Paris 1994) 115 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 17 Nr. 3.

Bar-sur-Aube
- A. F. Delandine, Bains romains découverts à Bar-sur-Aube (Lyon 1816) 121 ff.
- Gallia 33, 1975, 393 f.
- R. Tomasson, Diversification des matériaux et de la construction gallo-romain chez les tricasses et les Lingons. Bull. Soc. Arch. Champenoise 79, 4, 1986, 55 ff.
- M. Lenoble, Les fouilles urbaines dans le département de l’Aube. In: L’archéologie en Champagne-Ardenne 1960-1990. Bull. Soc. Arch. Champenoise 85, 4, 1992, 212 f.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 204 ff. Nr. 208.

Bercey (Comm. Voisines)
- J.-J. Thévenard, La Haute-Marne. Carte arch. Gaule 52 (Paris 1996) 321 ff. Nr. 545.

Bourbonne-les-Bains
- J.-C. Rameau, Les thermes gallo-romains de Bourbonne-les-Bains. Bull. Soc. Hist. Arch. Langres 17, 1977, 61 ff.
- H. Troisgros, Bourbonne-les-Bains. Un complexe thermal gallo-romain saccage ! Archéologia nr. 116, mars 1978, 14 ff.
- Gallia 37, 1979, 428 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 207 ff. Nr. 210.
- J.-J. Thévenard, La Haute-Marne. Carte arch. Gaule 52 (Paris 1996) 125 ff. Nr. 060.

Dampierre-Fontenelle
- R. Goguey, 1975-76: un bilan exectionel à l’actif de l’archéologie aèrienne. Mem. Com. Ant. Côte d’Or 30, 1976, 138 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 22 f. Nr. 8.
- J. Bénard/M. Mangin/R. Goguey/L. Roussel (Hrsg.), Les agglomérations antiques de Côte-d’Or. Ann. Litt. Univ. Besançon 522 (Paris 1994) 139 ff.

Domblans „Le Gué Farou“
- M.-P. Rothé, Le Jura. Carte arch. Gaule 39 (Paris 2002) 360 ff. Nr. 199.

Grozon
- M.-P. Rothé, Le Jura. Carte arch. Gaule 39 (Paris 2002) 406 ff. Nr. 263.

Luxiol
- M. Mangin, Zur Besiedlung der Franche-Comté während der Römerzeit. Offa 44, 1987, 160 f.
- M. Paquier, La voie romaine du rhin entre Besançon et Mandeure (Doubs): bilan des recherches récentes. Rev. Arch. Est et Centre-est 40, 1, 1989, 31 ff. bes. 38.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 89 ff. Nr. 72.

Marsens
- P.-A. Vauthey, Riaz/Tronche-Bélon: le sanctuaire gallo-romain. Arch. Fribourgoise 2 (Fribourg 1985).
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 128 Nr. 102.
- W. Spickermann, Germania Superior. Religionsgeschichte des römischen Germanien I. Religion der Römschen Provinzen 2 hrsg. H. Cancik/J. Rüpke (Tübingen 2001) 109 f.
- L. Flutsch/U. Niffeler/F. Rossi (Hrsg.), Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 5: Römische Zeit. Bäder-Reben-Legionen (Basel 2002) 384 Nr. 59.

Moudon
- W. Drack/R. Fellmann, Die Römer in der Schweiz (Stuttgart, Jona 1988) 446 f.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 128 Nr. 103.

Offemont
- M. Rilliot, Offemont: atelier de potier au lieu dite « La Cornée ». Rev. Arch. Est et centre-est 1-2, 1976, 171 ff.
- M. Mangin/B. Jacquet/J.-P. Jacob (Hrsg.), Les agglomérations secondaires en Franche-Comté romaine. Ann. Litt. Univ. Besançon 337 (Paris 1986) 28 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 123 Nr. 93.
- M. Joly, Les ateliers de Bourgogne et de Franche-Comté. In : R. Brulet/R. P. Symonds/F. Vilvorder (Hrsg.), Céramiques engobées et métallescentes gallo-romaines. Actes du colloque organisé à Louvain-la-Neuve le 18 mars 1995. RCRF Acta Suppl. 8 (Oxford 1999) 66 ff.

Oron
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 129 Nr. 105.

Pierre-de-Bresse
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 65 f. Nr. 45.

Plombières-les-Bains
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 197 f. Nr. 200.
- R. Conilleau/X. Destre, Plombières-les-Bains: hypothèses et réalités. In : J. -L. Massy (Hrsg.), Les agglomérations secondaires de la Lorraine romaine. Ann. Litt. Univ. Franche-Comté 647 (Paris 1997).


Port-sur-Saône
- M. Mangin/B. Jacquet/J.-P. Jacob (Hrsg.), Les agglomérations secondaires en Franche-Comté romaine. Ann. Litt. Univ. Besançon 337 (Paris 1986) 84 ff.
- M. Mangin, Zur Besiedlung der Franche-Comté während der Römerzeit. Offa 44, 1987, 158.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 119 f. Nr. 91.

Rochefort-sur-Nenon
- M.-P. Rothé, Le Jura. Carte arch. Gaule 39 (Paris 2002) Nr. 462.

Seurre
- J. Bénard/M. Mangin/R. Goguey/L. Roussel (Hrsg.), Les agglomérations antiques de Côte-d’Or. Ann. Litt. Univ. Besançon 522 (Paris 1994) 163 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 38 Nr. 18.

Tonnerre
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 87 Nr. 70.

Ursins
- A. Rapin, Ursins. L’église Saint-Nicolas. Ur-Schweiz 33, 1969, 73 ff.
- D. Weidmann, Ursins. Jahrb. SGUF 66, 1983, 306.
- W. Drack/R. Fellmann, Die Römer in der Schweiz (Stuttgart, Jona 1988) 530.
- J.-B. Gardiol, Recherches au fanum d’Ursins VD. Jahrb. SGUF 72, 1989, 290 ff.
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 131 Nr. 110.
- M. Fuchs, Ursins VD et Riaz FR : même combats pour Mars Caturix - Arch. Schweiz 20, 1997, 3, 149 ff.
- L. Flutsch/U. Niffeler/F. Rossi (Hrsg.), Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 5: Römische Zeit. Bäder-Reben-Legionen (Basel 2002) 399 Nr. 105.

Veuxhalles
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 47 Nr. 23.
- J. Bénard/M. Mangin/R. Goguey/L. Roussel (Hrsg.), Les agglomérations antiques de Côte-d’Or. Ann. Litt. Univ. Besançon 522 (Paris 1994) 171 ff.

Villiers-les-Hauts - Fulvy
- J.-P. Petit/M. Mangin/Ph. Brunella (Hrsg.), Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule Belgique et des Germanies (Paris 1994) 87 Nr. 71.

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