Der Hafen von Torre Astura

Topographie
Republik Italien, Region Latium, Provinz Rom
Koordinaten: ca. 41° 15' N - 12° 45' E




 


Südlich von Anzio an der Küste zwischen Anzio und Terracina. Heute militärische Sperrzone, daher schwer zugänglich.




 


Kultureller Kontext

Es handelt sich hier um den Privathafen einer (möglicherweise kaiserlichen) römischen Villa aus dem 1.-2.Jh.n.Chr. Sie lag in der Nähe des antiken Ortes Astura an der Mündung des gleichnamien Flusses (Livius VIII 13,5; XII). Der Hafen "Torre Astura" war durch seinen Ausbau gut geschützt vor Nord- und Westwinden.  Im und um das Hafenbecken wurden diverse Schiffsfunde gemacht. Besonders zu erwähnen die Reste einer mit Amphoren beladenen nais oneraria.




 


Die Tatsache daß der Hafen mit dem Festland nur durch ein schmales Viadukt verbunden ist wie auch die Tatsache der fehlenden Magazine spricht für keinen Handelshafen. Es könnte sich hier um einen Schutzhafen, zwischen dem Capo Circeo und Ostia gelegen, gehandelt haben (Strabo V 3,5, vgl. Anzio).




Function Commercial


Forschungsgeschichte

Noch in der Reanaissacezeit war der Hafen bekannt. So wird er als Schutzort noch bei B.Crescenzio in seinem Werk "Nautica Mediteranea" (1602) erwähnt. 




 


Hafenanlagen

Ebenfalls wie Anzio handelt es sich hier um zwei zangenartig angeordnete Molen mit einer vor der Hafeneinfahrt gelegenen "Hafeninsel" (vgl. Ostia). Die östliche Mole war ca. 6 m breit, die westliche ca. 10-12 m und die Hafeninsel ca. 6 m. Die Hafeneinfahrt weist nach Südosten (geläufige Situation am Tyrrhenischen Meer vgl. Anzio, Terracina, Pozzuoli). Die Bautechnik besteht aus römischen Gußmauerwerk (opus caementitium) mit teilweise noch sichtbaren  Spuren des Holzgerüstes (Spuren der catenae d.h.Querbalken des Holzgerüstes zum Bau). Teile der Molen sind durch Steinaufschüttung an der Außenseite geschützt gewesen (Insel, südlicher Bereich der Ostmole, südlicher Bereich der Nordmole).  Der Hafen weist zwei Bauphasen auf,  scheint doch die östliche Mole zuerst aus einer offenen Pfeilerkonstruktion (pilae) bestanden zu haben. Die Zwischenräume wurden durch einen hölzernen Verbauung geschlossen.




Pier


Bibliographie

F.Piccarreta, Astura. Forma Italiae R.I, 13 (1977) - F.Piccarreta, Astura. Pasato e presente, Antiqua 1976,2, 3-16 - F.Castagnoli, Astura, StRom 11 (1963) 637-644 - zur Fischzucht innerhalb einer römischen Villa und zu deren Installationen s. H.Mielsch, Die römische Villa. Architektur und Lebensform (1987), passim - E.Felici, La ricerca sui porti romani in cementizio: metodi e obiettivi, in: G.Volpe (Hrsg.), Archeologia subacquea. Come opera l’archeologo, storie delle acque. VIII ciclo di lezioni sulla Ricerca applicata in Archeologia, Certosa di Pontignano 1996 (Florenz 1998) 275-340.




Bibliography


Autor

Marcus Heinrich Hermanns


 


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