Der römische Hafen von Centumcellae

Republik Italien, Region Toskana, Provinz Rom
heutiger Ort: Civitavecchia
Koordinaten: 42° 05' N - 11° 50' E




 


Civitavecchia liegt nördlich von Rom, an der Küste Südetruriens ca. 4 Meilen nördlich von Kap Linaro, des einzigen natürlichen Vorsprungs an der tyrrhenischen Küste nördlich der Tibermündung. Heutiger Industrie- und Fährhafen (Überfahrten nach Sardinien).




 


Kultureller Kontext

Ursprünglich als künstlicher Hafen einer (kaiserlichen) Villa wurde dieser Hafen unter Kaiser Trajan (98-117 n.Chr.) angelegt (Plinius d.J., epist.VI 31,1: 106 n.Chr.) an einer relativ flach und geraden Küste. Die halbkreisförmigen Molen mit der mittig angelegten Insel sind heute noch Bestandteile des modernen Hafens.  Nach dem Niedergang von Ostia übernahm dieser über die Via Aurelia gut erreichbare Hafen die Rolle des Seehafens von Rom. Noch 416 n.Chr. findet dieser Hafen im "Itinerarium Antonini" Erwähnung. In der Renaisance wurde nach den in dem Werke "Nautica mediterranea" von B.Crescenzio (1602) dargelegten Plänen und Hinweisen zum wichtigsten Hafen des Kirchenstaates ausgebaut. Die ovale, zangenartige Anordnung der Molen des Hafens von Civitavechia, als dem typischen Renaissancehafen und als einer der wichtigsten Häfen des Kirchenstaates,  findet in den Kolonnaden des Architekten Giovanni Lorenzo Bernini vor dem Petersdom in Rom (erbaut 1657-1667) einen architektonischen Anklang (der Hafen als symbolischem Schutzort der Pilger).





 


Hafenanlagen




 


Pier

Das Becken wurde aus dem Felsen gehauen (ca.200.000 qm). Das gewonnene Baumaterial wurde für die Molenschüttungen im Untergrund verwendet, welche teilweise heute noch  unter den modernen Kaianlagen liegen. Von diesen sind Reste nur unter Wasser erkennbar. Besondere Beachtung verlangt die seewärtige Mole, deren in verschieden langgezogenen Stufen abgestuftes Profil unter dem Meere sehr modern anmutet (vgl.Ventotene).




Pier


Leuchtturm

An der gerade verlaufenden Küste wurde das Hafenbecken durch zwei zangenartig angelegte Molen mit vorgelagerter "Hafeninsel" vor der Hafeneinfahrt angelegt. Der im Kern noch römische Hafenturm an der Einfahrt stand noch bis 1943-44. Heute, wenn auch durch Bombeneinwirkung während des zweiten Weltkrieges stark in Mitleidenschaft gezogen, nur noch im Kern römisch erkennbar .




Lighthouse


Warehouse

Teilweise sind die den Kaianlagen parallel verlaufenden Magazinbauten im Kern der renaissancezeitlichen Umbauten erhalten Geringe Retikulatmauerwerke der Magazine




Warehouse


Bibliografie

S.Bastianelli, Centumcellae (1954) - R.Bartoccini, L'antico porto romano di Centumcellae, in: Civitavecchia III (1961) 13-17 - H.O.Lamprecht, Opus caementitium.Bautechnik der Römer (1985) - E.Leoncini, Il porto di Civitavecchia, OC 40 (1992)




Bibliography


Autor

Marcus Heinrich Hermanns


 


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